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Zidane schweigt, Rebiger nicht

9. Juni 2016

Sie kennen das, nicht wahr? Man möchte noch schnell was schreiben, und eigentlich auch noch was zweites, ganz anderes, und ständig kommt was dazwischen, aber es ist einem ja wirklich ein Anliegen, beides, vielleicht könnte man das ja in einen Topf, Sie wissen schon, und eine hübsche Überschrift hat man ja auch schon, geklaut natürlich, aber schön, doch sie deckt den zweiten Teil nicht ab, und überhaupt passen die Inhalte ja eh nicht recht zusammen, aber, puh, gleich zwei Sachen veröffentlichen, muss ja auch nicht sein, ne, und, dann, tja, ach egal.

Vor ein paar Tagen hatte ich das Vergnügen, ein elektronisches Buch zu lesen. Der geschätzte Frédéric Valin („Wäre ihr Spielstil eine Sprache, es gäbe keine Relativsätze, Adjektive nur an Sonntagen.“ Über wen er das gesagt hat, in seiner EM-Vorschau? Schlagen Sie nach!) hat mir dieses Buch an die Hand gegeben, elektronisch, wie gesagt, aus der Elektrobibliothek, und ich wusste zwar ungefähr, worum es gehen und dass es mich interessieren, nicht aber, dass er mich bereits mit dem Titel komplett für das Büchlein einnehmen würde. Dieser Titel lautet eben, Sie mögen es geahnt haben, „Zidane schweigt“, auch wenn er, Zidane, wie auch im Text zur Sprache kommt, sich in mindestens einem Fall dann doch nicht daran halten konnte und reden musste, und vielleicht sollte ich hinzufügen, dass der Diminutiv „Büchlein“ einzig und allein darauf hinweisen soll, dass es sich, wäre das Buch ein physisches, um einen eher dünnen, rasch zu lesenden Band handelt, keineswegs aber um leichte, gar seichte Kost.

Gut zu lesen sind seine Texte ohnehin, wenn man seinen Stil mag, und ich gebe zu, dass mir kaum Gründe einfielen, ihn nicht zu mögen. Inhaltlich sieht das schon ein bisschen anders aus, also zumindest dann, wenn man wie ich große Stücke auf Mario Gomez hält, aber das soll an dieser Stelle nichts zur Sache tun, denn in besagtem Buch geht es zwar auch um Fußball, ganz intensiv um Fußball, aber zum einen nur bedingt um deutschen Fußball und zum anderen auch weit darüber hinaus um eine politische und vor allem gesellschaftliche Komponente, die dem Autor ganz offensichtlich am Herzen liegt.

Frédéric Valin, der Name lässt es erahnen, ist nach eigenen Angaben „sehr französisch sozialisiert“, und so befasst er sich in „Zidane schweigt“ mit dem französischen Fußball der letzten Jahrzehnte und in besonderem Maße seit 1998, seit jenem Sieg, den der Klappentext als „Beweis für ein Gelingen des Multikulturalismus in Frankreich“ anführt und der auch den Ausgangspunkt des Textes darstellt. Frédéric begleitet diese französische Nationalmannschaft durch die folgenden Jahre bis hin zum Kulminationspunkt in Knysna, einem Ort, der im französischen Fußball einen Klang hat wie hierzulande Gijón oder Córdoba, tatsächlich aber weit über den sportlichen Aspekt hinausreicht – anders als die beiden genannten Tiefpunkte deutscher Fußballhistorie bezieht sich Knysna nicht auf ein konkretes Fußballspiel, sondern auf die verheerenden, großteils fußballfremden Geschehnisse im französischen Quartier während der WM 2010. Und nein, den Schlucksee akzeptiere ich nicht als Vergleich.

Knysna, so der Autor, war für die extreme Rechte, und damit sind wir also deutlich im politischen Bereich „ein Geschenk des Himmels“. Sie konnte die dortigen Vorgänge in ihrem Sinne deuten und auch rasch die öffentliche Wahrnehmung dominieren, in Frédérics Worten zeigten „die Medien ein Zerrbild einer Gesellschaft, die – so die Moral von Knysna – nicht funktionieren kann: eine voller Einwanderer, unterentwickelten Schulabbrechern, Leuten, die in den Straßenschluchten der Banlieues abhängen.“

Dieser Weg, von 1998 bis 2010, von ganz oben in einer keineswegs linearen Bewegung nach ziemlich weit unten, steht im Zentrum des Buches, mit viel Fußball, aber auch mit vielen gesellschaftlichen und politischen Betrachtungen, die deutlich weiter zurückreichen, zu Mitterrand, zu Tapie, und natürlich zum Aufstieg Jean-Marie Le Pens und seines Front National, und von dort dann wieder chronologisch nach vorne zur Ankunft von dessen Tochter in der Mitte der Gesellschaft.

Ich glaube, mich im französischen Fußball der letzten zwanzig Jahre ganz gut auszukennen, und auch gesellschaftspolitische Entwicklungen bei unseren Nachbarn verfolge ich stets interessiert. Dass dennoch mit der Zeit manches verloren geht, liegt auf der Hand, und auch vor diesem Hintergrund war es sehr aufschlussreich, sowohl sportliche als auch gesellschaftliche als auch politische Ereignisse nochmals vor Augen geführt, erläutert und eingeordnet zu bekommen. Dabei laufen die einzelnen Ebenen mitunter nebeneinander her, mit gelegentlich recht abrupten Themen- und Schauplatzwechseln, die einem Thriller zur Ehre gereichen würden; zum Teil werden aber auch von Anfang an die Querverbindungen zwischen Fußball bzw. ganz konkret der französischen Nationalmannschaft und der französischen Gesellschaft hergestellt. Besonders deutlich werden sie meines Erachtens etwa ab der Hälfte des Buches, wenn es verstärkt auf Knysna zusteuert und wenn der Autor, und damit der Leser, vielleicht auch schlichtweg von den Grundlagen profitiert, die im ersten Teil gelegt wurden.

Das Buch „Zidane schweigt“ von Frédéric Valin ist im Verbrecher Verlag erschienen, und das, wie bereits erwähnt, ausschließlich elektronisch im Rahmen der neuen „Edition Elektrobibliothek“ des Verlags. In dieser Reihe sollen künftig Romane, Erzählungen und Essais lebender Autorinnen und Autoren in ausschließlich elektronischer Form veröffentlicht werden. Ich habe keine Beziehung zu dem Verlag, bin aber Frédéric Valin bereits begegnet und schätze sein Werk sehr.

Eine andere Person, deren Werk ich sehr schätze, ist Herr Rebiger. Oder @rebiger, bei Twitter. Dieser Herr Rebiger hat sich zu meiner großen Freude und analog zur Weltmeisterschaft 2014 bereit erklärt, wiederum gemeinsam mit mir und interessierten Gästen das Turnier in Fünfzeilern zu begleiten: in der Doppelfünf.

Wir sind mit einer kurzen Historie der Europameisterschaften eingestiegen, haben dies und jenes kommentiert und zuletzt eine kurze Prognose zu den einzelnen Gruppen vorgelegt. Nun wird es Zeit, dass es losgeht, und wenn alles nach Plan läuft, sollte in den nächsten Wochen, Ausnahmen bestätigen die Regel, jedes Spiel der EM von mindestens zwei Leuten in je fünf Zeilen kommentiert werden. Vielleicht möchte ja jemand mal reinschauen und am liebsten auch noch mitreimen. Bei Twitter gibt’s uns unter @doppelfuenf2016.

Hier ein kleiner Vorgeschmack, ein Outtake sozusagen, der in der historischen Betrachtung einen Tick zu spät kam und unveröffentlicht blieb (die Sprachwahl ist hier dem Veranstaltungsort geschuldet, stellt aber eher die Ausnahme dar):

1996
Thanks to Shearer, they seemed on their way,
but Germany’s Kuntz countered: Nay.
Darren Anderton missed
So football (the twist!)
had come home, but the cup didn’t stay.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stippvisite im Nachrichtenfernsehen

23. August 2014

Wiewohl der Urlaub noch nicht ganz abgeschlossen ist, erscheint es mir doch geboten, (fast) pünktlich zum Saisonbeginn noch kurz eine Lanze für Herrn @rebiger zu brechen. Sonst lobe ich ihn ja immer, aber heute soll es zunächst einmal darum gehen, ihn ein bisschen in Schutz zu nehmen, eine Ausrede Erklärung zu liefern für das scheinbar Unerklärliche, das aus seiner Tastatur geflossen ist.

Tatsächlich liegt sie auf der Hand, diese Erklärung, zumindest für Leute wie mich, die ihrerseits hin und wieder Texte in ein fest vorgegebenes Schema, nicht selten metrischer Art, zu pressen bemüht sind. Wenn der formale Rahmen ein enger, unbarmherziger ist, dann läuft halt gelegentlich mal der Inhalt aus dem Ruder.

Da will man eine Lobhudelei schreiben und landet wegen ein paar fehlender Silben oder eines unglücklichen Reimwortes unversehens bei einem Verriss. Kreißt stundenlang, um die rosigen Aussichten eines Fußballvereins in leuchtenden Farben aufzumalen, und gebiert letztlich einen schillernden Abgesang. Passiert den Besten. Jüngst eben auch dem über die Maßen geschätzten Kollegen:

Man mag mir mein Urteil verzeihen.
Mancher VfB-Fan wird wohl speien.
Dank Veh und den Neuen
– mög’ ich es bereuen –
wird’s Unterhaus sich Stuttgart “leihen”.

Zu deutsch: in seiner ebenso schönen wie aufwändigen Saisonvorschau (wie er überhaupt zur Zeit einen ziemlichen Aufwand betreibt, was ihm die Leserin und der Leser noch viel mehr danken sollten) ist es dem eben beschriebenen reimbedingten Irrläufer geschuldet, dass er den VfB Stuttgart letztlich absteigen lassen musste.

Gut, dass ich bereits Tage zuvor die Gelegenheit gehabt hatte, zu sagen, wie es wirklich sein wird. Also fast. Ich hatte halt noch ein bisschen vom Pokalfinale geträumt, damals, als ich meine VfB-Saisonvorschau für n-tv formuliert hatte. Geträumt, wie gesagt, und es auch als Traum deklariert, oder zumindest so ähnlich.

n-tv in diesem Internet, wohlgemerkt, nicht im Fernsehen, aber das dachte sich die geneigte Leserin bestimmt längst. Meinen Pokallapsus haben die dortigen Damen und Herren freundlicherweise begradigt, irgendwie, den einen oder anderen Tippfehler leider nicht, die sind ganz allein auf meinem Mist gewachsen.

Über die Hlousek dort zugeschriebene Planstelle kann man vermutlich trefflich streiten (oder mir Ahnungslosigkeit nachweisen), dass ich Rojas unterschlug, mag eine traurig vorauseilende Einschätzung gewesen sein, und dass ich meine Gedanken zu „furchtlos und treu“ für mich behielt, sowas wie Selbstschutz, oder so.

Dass ich zudem Armin Veh als „Magier“ bezeichnete, lag wohl zum Teil an meinen Eindrücken im Rahmen der Mitgliederversammlung, wo ein fast schon absurd anmutendes Grundvertrauen zum Ausdruck kam. Das ich teile, möglicherweise mangels Alternativen.

Zum Teil mag es auch schlichtweg daran gelegen haben, dass ich endlich begonnen hatte, mit meinem Sohn „Harry Potter“ zu lesen – ein gemeinsames Vergnügen, auf das ich mich seit Jahren freute und das mir in der Tat enorm viel Freude bereitet. Das eine oder andere war in Vergessenheit geraten, anderes noch sehr präsent, dies und jenes wich von den zwischenzeitlich gesehenen Filmen ab, und an manchen Begriff musste ich mich erst gewöhnen. „Schnatz“ zum Beispiel kommt mir nur sehr schwer über die Lippen.

Aber Magier Veh hat es mir ein bisschen angetan. Graues Haar hat er ja.

Doppelfünf

11. Juni 2014

Still hier in diesen Tagen, nicht wahr? Man kommt ja zu nichts. Ehrlich nicht, aus mancherlei Gründen, die nicht alle angenehm sind, aber das nur am Rande. Gerne hätte ich zwischenzeitlich mal wieder eine „Verbalbeurteilung“ zu Ende gebracht, oder meine, ähem, angedachten Bemerkungen zu vermeintlich toten Sportblogs zu Papier, allein: es sollte nicht sein. Bisher.

Im Idealfall begründet man so ein Schweigen überzeugend mit „anderen Projekten“, die man zwischenzeitlich vorangetrieben habe, und mit etwas Glück erblicken diese dann irgendwann das Licht der Welt. Öfter auch nicht. Bei mir ist es heute ausnahmsweise mal andersherum: Licht der Welt ja, Belastung durch anderes Projekt: eher nein, bestenfalls kaum.

Tatsächlich hat so ein kleines Projekt heute seine Tarnkappe abgelegt und ist öffentlich geworden. Erfreulicherweise eines, an dem ich nicht ganz allein beteiligt bin, sondern mit einem wunderbaren Mitstreiter. Ein Projektlein, das dem einen oder der anderen Mitlesenden kaum mehr als ein Gähnen entlocken wird: Fünfzeiler, schon wieder. Einfach in ein Tumblelog geschmissen, ohne großen technischen und gestalterischen Aufwand, wie man mich halt kennt, und wie man den geschätzten Mitschreiber Herrn @rebiger unter Umständen auch einzuschätzen versucht ist, bloß weil er sein Blog, in dem es primär um den HSV geht, saisonal auch mal in fünf Zeilen, nicht auf oder unter einer eigenen Domain betreibt.

Das Thema ist auch nicht besonders ausgefallen, in diesen (gerade noch vor-)weltemeisterschaftlichen Zeiten, aber sei’s drum: wie haben Spaß. Und auch wenn wir keine besonderen gestalterischen Ansprüche haben, so kennen wir doch Leute, bei denen das anders ist und die uns in gar wunderbarer Weise ein Logo gestalten, um die werte Leserschaft erst einmal abzulenken und davon abzuhalten, sich mit Schriftarten, optischen No-Gos oder gar den dahinter steckenden dilettantischen Code-Anpassungen zu befassen.

Genau genommen kennen wir erst einmal eine solche Person, nämlich die großartige Frau @rudelbildung, die wir alle nicht nur vom Textilvergehen schätzen und die uns ruck, zuck eine schicke Doppelfünf kredenzt hat:

 

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Doppelfünf, Sie wissen schon:
zwei Typen, fünf Zeilen. Und das Ganze für ein Turnier.

Bleibt die Hoffnung, dass sich noch der eine oder die andere Lesende in eine(n) Mitreimende(n) verwandelt und seine oder ihre FIFA-Fünfzeiler mit uns teilt. Zum einen müssen wir dann nicht alles alleine machen, zieht sich ja auch so’n bisschen hin, so ein Turnier.

Zum anderen zeigt die eigene adventskalendarische Erfahrung, und nicht nur die, dass in diesem Internet zahlreiche Reimeschmiede und -schmiedinnen unterwegs sind, die gelegentlich eines Anstoßes bedürfen, um in Anapäste oder Amphibrachys einzutauchen. Jetzt wäre wieder so ein Moment. Freiwillige für die fünfzeilige Aufarbeitung der Morgengrauen-Spiele werden dabei prioritär gesucht.

Wie auch immer: hier entlang, bitte. Bei Interesse.

 

 

acht/zwanzigdreizehn

8. Dezember 2013

Ein Herr aus dem unteren Franken:
wie vor runtergelassenen Schranken.
Konkurrenz: auf dem Platz;
so ist er nur Ersatz.
Käm’ er rein, würd’s mit Leistung er danken.

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Bei dem Herrn aus dem höheren Norden
ist’s kalendrig ganz ähnlich geworden.
Konkurrenz? Au contraire!
Ich schätze ihn sehr,
nominier’ ihn für’n Fünfzeilerorden.

Ach so, und wen meint er?

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Weitere Adventsfünfzeiler gibt’s im Kalender.

Zum Adventskalender 2013

1. Dezember 2013

Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass hier im Blog der erste Fünfzeiler veröffentlicht wurde. Ich traute mich nicht, ihn Limerick zu nennen, zu groß schien mir die Gefahr, dessen Formvorgaben nicht zu erfüllen. Das sehe ich mittlerweile deutlich entspannter; gleichwohl bin ich weitestgehend beim unverfänglichen „Fünfzeiler“ geblieben.

Was damals als Schnapsidee eines fünfzeiligen Adventskalenders begann, entwickelte eine gewisse Eigendynamik, die in der Schnapsidee eines fünfzeiligen Jahresplans kulminierte. Seit Anfang 2013 hat es hier wöchentlich, in aller Regel mittwochs, einen Fünfzeiler unter dem hoch gegriffenen Titel „Fünf Zeilen, die der Fußball schrieb“ zu lesen gegeben. Das mag für den einen oder anderen Leser anstregend, für manchen auch vergnüglich gewesen sein, und gilt für die weiblichen Gäste gleichermaßen.

Aktuell stehen wir, passend zur Kalenderwoche, bei 48. Soll erfüllt. Hätte ich nicht gedacht. Vier wöchentliche Fünfzeiler stehen noch aus, wesentlich mehr Rohentwürfe liegen irgendwo herum, es sollte also ein relativ Leichtes sein, das Projekt für das Jahr 2013 erfolgreich abzuschließen. Die aufmerksame Leserin wird bemerkt haben, dass die Formulierung hinreichend offen ist, um im neuen Jahr entweder weiter zu machen oder eben nicht. Weiß ich noch nicht.

Um genau zu sein, weiß ich noch nicht einmal, ob es die Nummern 49 bis 52 überhaupt noch geben wird. Overkill und so. Denn auch so wird im Dezember eine ganze Reihe dieser Fünfzeiler veröffentlicht werden. Und damit meine ich noch nicht einmal die von Herrn @rebiger, von dessen „Fünf Zeilen wegen Kamke“ ich mich sehr geehrt fühle.

Tatsächlich werden auch bei mir im Blog wieder ein paar adventliche Reime zu lesen sein. Die allerdings weder adventlich im engeren Sinne noch von mir sein werden.

Kürzlich hatte ich hier in ganz anderem Kontext schon einmal „Ich lade gern mir Gäste ein“ angestimmt, und bin nun eben noch ein Schrittchen weiter gegangen: ich habe ein paar liebe Internetmenschen gebeten, mir einen vorweihnachtlichen Fünfzeiler zukommen lassen, noch dazu mit einer klaren Themenvorgabe: ein deutscher WM-Fahrer. Oder -Kandidat. Mehr oder weniger realistisch.

Um ehrlich zu sein, hatte ich mit zahlreichen Absagen gerechnet. Mit „Reime sind doof“, „Adventskalender sind doof“, „Du bist doof“, oder anders mit „Ich kann das nicht“ bzw. „Ich will das nicht“. Was völlig ok gewesen wäre, hatte ich auch so kommuniziert. Entweder kam das nicht bei den Angesprochenen an, bzw. nur bei genau zwei von ihnen, oder meine Twitter-, Blog-, wasauchimmer-Filterblase reimt einfach gern.

Binnen kürzester Zeit trudelten 24 Zusagen ein, und ein bisschen konnte ich von Glück sagen, nicht einfach mal auf Verdacht 40 oder 50 Leute angeschrieben zu haben (die Liste war wesentlich länger), von denen ich dann einem beträchtlichen Teil zerknirscht hätte absagen müssen. Jetzt wird’s arg selbstreferenziell, ne? Ich freu mich halt.

Ok, 24 Türchen, hinter jedem befindet sich ein kleines Gedicht, meist ein fünfzeiliges, gelegentlich länger. Oder auch anders. Manche haben sich sehr exakt an die klassische Limerickform gehalten, andere ein bisschen damit gespielt, wieder andere tendierten in Richtung Free Jazz, sozusagen. Wunderbar, herzlichen Dank! Sehet selbst.