Trotzkopf

20. September 2015

Na, Anja Schüte, irgendjemand? Genau, Roland Kaiser. Promi Big Brother, wenn ich recht informiert bin. Zärtliche Cousinen, wie man mir sagte. Und vor allem: der Trotzkopf. Hab ich natürlich nicht gesehen, noch viel weniger als die Cousinen, war dann ja doch eher was für Mädchen. Aber meine Cousine, die fuhr total drauf ab. Wir trafen uns irgendwo, familienmäßig, dürfte ein Sonntag gewesen sein, und sie hat so lange auf ihre Eltern eingewirkt, bis sie tatsächlich nachgaben und mit ihr nach Hause gingen. Trotzkopf halt.

Ich hab’s selbst wirklich nicht gesehen, keine Folge, aber der Titel blieb im Kopf, Anja Schüte auch, und in den vergangenen Tagen dachte ich oft daran. Wegen Alexander Zorniger? Nein, eigentlich nicht. Meinetwegen eher. Je öfter ich las oder hörte, dass sich der VfB auf dem Holzweg befinde, alles ändern müsse, die Stevens-Taktik oder gar Stevens selbst reaktivieren solle, zumindest aber den Trainer, diesen blutigen Anfänger an die Hand nehmen möge, desto entschiedener war meine Überzeugung, auch die mir selbst eingeredete, dass der Weg genau der richtige ist.

Gewiss, der Trainer tritt sehr gewöhnungsbedürftig auf, und ich selbst sagte schon vor Wochen, ach: Monaten, dass ich ihn sein selbstgerechtes Auftreten nicht sonderlich schätze, vorsichtig ausgedrückt. Und dass die von Robin Dutt ausgestrahlte Ruhe nicht in jedem Fall meine Zustimmung findet, ist unbestritten – dass in den Tagen nach der Freigabe von Antonio Rüdiger nicht umgehend der Nachfolger präsentiert wurde, kreide ich ihm an. Was ihm egal sein wird.

Und dennoch: ich glaube an die beiden. Bin überzeugt, dass sie die Kurve bekommen, und mit ihnen die Mannschaft. Neulich frug mich jemand, der sich nicht so intensiv mit dem VfB befasst, ob er es denn hinbekomme, und wenn ja, mit oder ohne Zorniger? „Ja“, antwortete ich, ohne zu zögern, „und ja, mit Zorniger. Sie sollten ihn nur nicht kastrieren“.

Bildhafte Sprache, nicht wahr? Oder gar BILD-hafte? Möglicherweise. Aber ja, ich bin tatsächlich der Überzeugung, dass, wenn man Zornigers Weg weitergeht, etwas Gutes herauskommt. Den Anfang davon werde ich mir in knapp zwei Stunden im Neckarstadion ansehen.

Mag sein, dass mir dieser Text nachher aufs Brot geschmiert wird. Dann habe ich eben Pech gehabt. Und singe weiterhin „Ich bin ein Trotzkopf, Tro-tro-trotrotro-trotzkopf“ – auf die Melodie von „Popstar“, die Älteren werden sich erinnern.

5 Antworten to “Trotzkopf”

  1. der_tim Says:

    Mensch Kamke: Die Wicherts von Nebenan!


  2. […] der_tim zu Trotzkopf […]

  3. Christoph Says:

    Ich bin auch davon überzeugt, dass irgendwann der Knoten platzt, nickte daher pausenlos, als ich deinen Text las. Idealerweise passiert das morgen im Niedersachsenstadion, also das Platzen – ich würde mich jedenfalls freuen, dem ersten Saisonsieg live beiwohnen zu dürfen. Auch wenn es sonst wieder ein maues 0:0 wird, wie immer die letzten Male.


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