Fünf* Zeilen, die der Fußball schrieb (XXIX)

17. Juli 2013

Nie spielte ein Mann eleganter.
Gar weich und geschmeidig, so rannt’ er.
Nein: tanzte (von Kraft)
im Kreis: sagenhaft.
Grad so wie der Rilke’sche Panther.

Brillierte in jenen Momenten,
die die Großen von Möchtegerns trennten:
traf laut Blatters Annalen
in beiden Finalen.
Und bewundernde Kusener flennten.

Effektiv auch, da gibt’s keine Fragen,
sein Spiel mit dem Kopf, sozusagen:
sehr robust, selten brav –
sein Meisterstück traf
Materazzi knapp über dem Magen.

Sein Stil war das Häubchen, die Sahne,
auf dass auch der Letzte sie ahne:
die Schönheit des Spiels.
Auch Völler gefiel’s.
Ich neige mein Haupt vor Zidane.
____________

* Zwanzig, oh je.  Aber für wen, wenn nicht für ihn?

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10 Antworten to “Fünf* Zeilen, die der Fußball schrieb (XXIX)”

  1. rebiger Says:

    Eben.
    Ein großes Vorbild auf dem Platz (in jeder Hinsicht, auch, was diese eine Kopfarbeit angeht), ein starker Mann auch abseits dessen.
    In meiner kleinen Trikotsammlung befindet sich genau ein Hemdchen, dass auch wirklich von einem Spieler getragen wurde: von ihm, worauf ich einigermaßen stolz bin.

  2. julian Says:

    Das ist so dermaßen gut, zur Verwunderung der Umsitzenden stand ich auf und deklamierte. Ich ziehe den Hut vor den Zeilen, die Herr Kamke schrieb.


  3. […] eine kolportiere Ablösesumme von 64 Millionen €uro von Neapel nach Paris. (NZZ) + + + 4 mal 5: Heinz Kamke über Zidane. + + + Erfurt statt Hannover: Warum zwei Nachwuchsfußballer lieber bei Rot-Weiß als […]

  4. heinzkamke Says:

    @rebiger:
    Ich dachte ja immer, matchworn Trikots seien ein urbaner Mythos. Und wie kommt man an eines von Zidane?

    @julian:
    Oh, das ist mir nun wirklich noch nie passiert (glaube ich). Herzlichen Dank!

    • The_R Says:

      Fast logisch: über Twitter. Im Dezember 2011 war der HSV Gastgeber des „Spiels gegen die Armut“. Via Twitter lobte er kurz zuvor ein Gewinnspiel aus: Derjenige solle das von Zidane in diesem Spiel getragene Trikot bekommen, der die beste Begründung liefert, warum man das Trikot eben bekommen sollte. Also schrieb ich nach einem Blick auf die Teilnehmerliste des Spiels:

      „Beim Barthez des Propheten: Wählt nicht Dida aus, sondern mich! Ich brauche das Hemd von Zidane, denn mein altes ist nicht mehr Drogba.“

      Ab und an nutze ich ein „Beweisfoto“ (Ich im Stadion mit dem Trikot in der Hand) als Twitteravatar.

  5. julian Says:

    A propos Rilke’scher Panther:
    Kennst du die Dokumentation über Oliver Kahn, bei der der Dokumentator ihn mit dem Gedicht konfrontiert und seine minutenlange Reaktion und Reflektion darauf ungeschnitten abfilmt? (Falls nicht, habe ihn soeben auch auf Youtube gefunden: http://www.youtube.com/watch?v=u6F_W_F7yzk)

  6. heinzkamke Says:

    @julian:
    Danke, da bin ich erst vor ein paar Wochen zufällig von irgendjemandem drauf gestoßen worden.

    @The_R:
    An die Geschichte kann ich mich erinnern. War aber stets davon ausgegangen, es habe sich um einen anderen Träger gehandelt (RvN oder so).

  7. Gunnar Says:

    Oh ja, einer der ganz, ganz Großen, bei dem ich mich schon während seiner Karriere freute, ihn als aktiven Spieler erlebt zu haben.

    Und das eine mal, als ich ihn „live“, also im Stadion sah, veredelte er mit einem Schuss, der den hinter mir sitzenden Engländer, der sonst eher halbherzig interessiert schien und die meiste Zeit telefonierte, dazu animierte, in sein Handy „Fuck, fuck, fuck, have you seen this fucking unbelievable goal?!“ zu schreien. Joah, war in dem Fall eine angemessene Reaktion.


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