Der Franz, der Bruno, der Fredi und der Raphael

11. September 2012

Ich weiß nicht, wie viel Franz Wohlfahrt vom Fußball versteht. Abseits des Torwartspiels, vor allem. Kann nicht einschätzen, inwieweit die mit dem ÖFB-Trainerwechsel hin zu Marcel Koller einhergehende Versetzung vom A- zum U21-Tormanntrainer (ja, so heißt das, sagt der ÖFB) fachlich begründet war, und selbst wenn dem so wäre, ob das etwas über seinen Fußballverstand aussagen würde. Habe keine Ahnung, wie intensiv sich der landesweite Torwarttrainer-Lehrwart um die U21-Torhüter kümmern kann und wie viel Zeit darüber hinaus noch bleibt, sich mit den Feldspielern zu befassen. Mir ist nicht bekannt, ob Äußerungen eines Mitglieds des Trainerteams, gerade wenn es sich „nur „um den Tormanntrainer handelt, über einzelne (Feld-)Spieler innerhalb der Verantwortlichen abgestimmt und mehrheitsfähig sein müssen.

Aber es gibt mir zu denken, wie sich Franz Wohlfahrt über Raphael Holzhauser äußert. Und dabei eine Melodei anstimmt, die dem Lied der Herren Bobic und Labbadia in einzelnen Takten recht ähnlich ist.

„Raphael Holzhauser soll bei uns in der U 21 eine Führungsrolle übernehmen, wozu er von der Qualität her in der Lage wäre. Er hat zurzeit wenig Spielpraxis, das ist natürlich nicht gut. Daher unterstützen wir ihn. Doch dann muss auch mal eine positive Antwort von ihm auf dem Platz kommen.

(Quelle: Stuttgarter Nachrichten, Hervorhebung durch mich.)

Ich möchte daran glauben, dass Raphael Holzhauser unrecht getan wird. Bin überzeugt, dass man ihm eine Chance geben sollte, sich „oben“ zu beweisen, wobei ein 15-minütiger Einsatz in einem bereits verlorenen Spiel meinen Vorstellungen von einer Chance nur sehr bedingt entspricht.

Gleichzeitig kann ich nicht komplett ignorieren, was ich gelegentlich höre und lese. Natürlich kann man Bruno Labbadia für einen Jugendverweigerer aus Prinzip und Franz Wohlfahrt für einen Torwart klassischer Prägung halten, oder auch für einen Vollpfosten, kann meinetwegen auch unterstellen, dass sich Journalisten und andere Trainingsgäste keine eigene Meinung bilden, sondern die Position der sportlichen Leitung gerne ungeprüft übernehmen.

Und doch: manchmal überkommen mich Zweifel. Nicht zuletzt dann, wenn unterschiedliche Quellen, von denen man zumindest einen Teil a priori als voneinander unabhängig betrachten darf, zu ähnlichen Urteilen kommen oder sie zumindest andeuten. So wie der Bruno und der Franz.

Gerne würde ich mir mein eigenes Urteil bilden. Nicht nur auf Basis von Drittligaspielen (von denen ich, kein Zweifel, zuletzt zu wenige gesehen habe). Und bin, gelegentlichem Grübeln zum Trotz, davon überzeugt, Bruno Labbadia keine Abbitte leisten zu müssen. Wird ihm egal sein.

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Eine Antwort to “Der Franz, der Bruno, der Fredi und der Raphael”


  1. […] Holzhauser dürfte nur den Kennern der Nachwuchsszene bekannt sein. Heinz Kamke im Diskurs über die Qualitäten des VfB-Spielers und der Einschätzung diverser […]


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