Und schon wieder keine Info, VfB!

4. Juni 2009

[Update s.u.]

Vor ein paar  Monaten hatte ich an dieser Stelle erfreut darauf hingewiesen, dass der Präsident des VfB Stuttgart, Erwin Staudt, die Schirmherrschaft des diesjährigen Christopher Street Day übernommen hat – und mich gleichzeitig gewundert, dass auf der VfB-Website nichts darüber zu lesen war.

Dieser Zustand hat sich bis dato nicht geändert (sofern die Suchfunktion auf vfb.de funktioniert):  kein Wort von CSD und Schirmherrschaft – nicht zu Staudts Rede beim Neujahrsempfang und auch nicht über die anstehenden Veranstaltungen. Das ist angesichts der aus meiner Sicht glaubwürdigen Äußerungen und Bemühungen des VfB-Präsidenten gegen Homophobie im Fußball bedauerlich; so richtig überraschen kann es mich gleichwohl nicht, schließlich muss man wohl in Frage stellen, ob dieses Engagement unter VfB-Fußballfans mehrheitsfähig wäre.

Am morgigen Freitag findet in den Räumen und unter Mitwirkung des VfB der Dritte Aktionsabend gegen Homophobie im deutschen Fußball statt. Auf der VfB-Website findet man erneut keinen Hinweis darauf, obwohl doch nicht nur „Entscheidungsträger des deutschen Fußballs“ und Medien, sondern auch bloße „Interessierte“ herzlich eingeladen seien.

Vielleicht hat man ja Angst, dass der Andrang zu groß wäre, und berichtet erst hinterher.

Update [6.6., 11.30 Uhr]:

Von 3 mir bekannten Emails an den VfB (vgl. Kommentare), weshalb auf vfb.de keine Infos verfügbar seien, wurden zwei am Tag der Veranstaltung rasch beantwortet. In den Mails wurde darauf hingewiesen, dass am Abend auf der Website darüber berichtet würde und dass vorab eine Pressemitteilung verschickt worden sei.

Tatsächlich wurde noch während der Veranstaltung eine kurze Meldung über den „wichtigen Termin“ auf vfb.de veröffentlicht. Die Pressemitteilung ist nicht auf der Website verfügbar; verschiedene Printmedien haben jedoch vorab berichtet.

Auf die Frage, weshalb keine Vorankündigung der Veranstaltung sowie in den vergangenen Monaten nichts über das CSD-Engagement des Präsidenten auf der Website gestanden habe, wurde nicht eingegangen.

Mir persönlich ist die Öffentlichkeitsarbeit nach wie vor zu defensiv. Ich denke, dass eine Chance vergeben wird und bedaure es, dass sich „mein“ Verein des Themas nicht offensiver annimmt.

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11 Antworten to “Und schon wieder keine Info, VfB!”

  1. Ute Says:

    Hm, selbst wenn es Angst vorm Andrang gäbe, fände ich es falsch.

    Ich nehme an, du glaubst auch nicht ernsthaft an diesen Grund.

    Sehr sehr schade, dass die Chance an der Homophobie etwas zu ändern nicht genutzt wird.

    Wobei ich fürchte, es wird mindestens ein, zwei Superstars brauchen, die sich outen, bevor sich im Fußball wirklich etwas bewegt.

    • heinzkamke Says:

      Nee, an die Andrang-Begründung glaube ich wirklich auch nicht.

      Eher an Rücksichtnahme auf die vermutlich (vermeintlich?) vorherrschende Meinung.

      Es gab übrigens schon zwei derartige Aktionsabende (einen pro Jahr) – einen in Berlin, einen in Köln, und auch da scheint sich die Berichterstattung durch die beteiligten Vereine in engen Grenzen gehalten zu haben.

    • heinzkamke Says:

      Danke, hatte gestern auch kurz getwittert, dass die StZ mit den Zeitangaben etwas durcheinander gekommen war ;-)

      Selbst die Bild hat, mindestens online, gestern drüber berichtet, und bei StZ/StN im Forum laufen schon seltsame Diskussionen.

      Nur auf vfb.de findet’s nicht statt

  2. Christoph Says:

    Hast Du mal beim Verein angefragt, woher die offenkundige Zurückhaltung rührt?

  3. Christoph Says:

    Mal was anderes: Kennt jemand Profisportler aus den Bereichen Handball, Basketball, Formel 1, Eishockey, …, die sich geoutet haben? Heißt konkret: Wie sieht es in anderen Sportarten mit dem Engagement gegen Homophobie aus?

  4. DroitAuBut Says:

    http://vfb.de/de/aktuell/news/2008/31143.php

    Sie habens doch noch getan. Wenn auch etwas sehr spät.

  5. heinzkamke Says:

    @Christoph:
    Mir ist nichts bekannt, insbesondere nicht in Mannschaftssportarten. Liegt aber zumindest zum Teil daran, dass ich die Berichterstattung über andere Sportarten bzw. drumherum nicht annähernd so intensiv verfolge wie beim Fußball.

    Mir ist auch nicht bekannt, ob die Diskriminierung dort stärker, weniger stark oder im Grunde gleich ausgeprägt sind.


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