Hören Sie bitte auf, uns zu beleidigen!

10. Mai 2009

Zum Thema Internetsperren haben sich viele kluge Menschen geäußert; viel viel mehr kluge und einsichtige Menschen haben sich offiziell dagegen ausgesprochen, und noch viel mehr Menschen müssen die verfügbaren Informationen zugänglich gemacht werden.

Dabei dürfte unter denjenigen, die Blogs lesen, twittern oder sonst irgendwie im Social Web unterwegs sind, langsam eine gewisse Sättigung erreicht sein. Wer mit halbwegs offenen Augen durchs Netz wandert, konnte dem Thema in den letzten Wochen gar nicht entkommen, selbst wenn er oder sie es gewollt hätte.

Das war auch der primäre Grund, weshalb ich mich bis dato, abgesehen von ein paar Tweets, hier nicht dazu geäußert habe: weil ich schlicht nicht glaube, dass es hier noch irgendeine Leserin gibt, die sich nicht damit auseinandergesetzt hätte. So erschien es mir sinnvoller, offline zu sensibilisieren, und ich hoffe sehr, dass gerade dort in den nächsten Wochen noch einiges geschehen wird.

Dass ich mich nun doch noch kurz schriftlich äußere, liegt daran, dass ich ein kleines Sensibelchen bin: ich mag es nicht, wenn man mich für dumm verkaufen will, wenn man mir infame Dinge unterstellt, wenn man mich letztlich beleidigt. Und genau das haben Mitglieder unserer Bundesregierung zuletzt mehrfach getan.

Ich finde es völlig inakzeptabel, dass mich die Familienministerin zu einer Gruppe von Menschen zählt, die „zum Teil schwer Pädokriminelle“ seien. Einzig und allein deshalb, weil ich lesen kann anhand eines Videos in der Lage sein könnte, Netzsperren zu umgehen. Ich finde es unverschämt, dass mir eben diese Ministerin bescheinigt, als Gegner des Gesetzes sei ich unzivilisiert. Und ich finde es hochgradig unanständig, dass mir der Wirtschaftsminister en passant unterstellt, ich sei ein Befürworter kinderpornographischer Inhalte.

Und wenn wir gerade bei Beleidigungen sind: meines Erachtens beleidigen diese Politiker die Intelligenz ihrer Wähler, wenn sie ernsthaft unterstellen, diese würden sich auf Dauer von wahlkampfabhängigem Populismus und Aktionismus blenden lassen. Glauben sie wirklich, man könne den Menschen auf Dauer weismachen, Straßensperren um den erwiesenermaßen einschlägig aktiven Zeitungskiosk seien ein besseres Mittel als dessen Schließung? Für wie dumm halten uns diese Menschen?

Oder glauben sie es etwa selbst?

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Eine Antwort to “Hören Sie bitte auf, uns zu beleidigen!”

  1. Ute Says:

    Ich habe auch offline davon erzählt. Manche meiner Leserinnen lesen jedoch sonst wenig im Netz und schon deshalb habe ich auch darüber gebloggt.

    Zwischendurch hat mich auch das ein oder andere so geärgert, dass ich etwas schreiben wollte.

    Jedoch habe ich auch das ein oder andere Mal gedacht, na toll jetzt habe ich den vielen Berichten noch einen hinzugefügt.


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