Tiere und Menschen.

21. Oktober 2008

Heute morgen habe ich mich mit meinem Sohn über Tiere unterhalten. Meine Frau war bereits zur Arbeit gegangen und der kleine Mann hatte sich noch kurz zu mir ins Bett gelegt, um dann unvermittelt nach meinen Lieblingstieren zu fragen. Hintergrund war die erst kürzlich erworbene verlängerte Jahreskarte für den Zoo, die in einer hohen Besuchsfrequenz resultierte: teilweise waren wir zuletzt zweimal pro Wochenende dort.

Dabei hatte ich mir eigentlich nie so richtig viel aus Tieren gemacht. War nicht mehr auf Haustiere erpicht, nachdem der Spitz meiner Großeltern, zu dem ich eine recht enge Bindung hatte, überfahren worden war, und ich mit Katzen nicht viel anfangen konnte. Tierbücher habe ich als Kind immer gerne gelesen, wobei der Renner immer die Lexika waren, in denen es mir besonders die Jagd nach Rekorden und besonderen Leistungen angetan hatte. Schulterhöhe, Laufgeschwindigkeit, Länge, etc…

Nun bin ich also seit eineinhalb Jahren ein recht regelmäßiger Zoobesucher, der sich von der Begeisterung seines Sohnes gar nicht anstecken zu lassen braucht, sondern vielmehr selbst ins Schwärmen gerät, wenn die Schneeziege zur Futterstelle hinabsteigt, der kleine Eisbär an die Scheibe klopft oder auch nur die Kuh ihre Rückenkratzbürste weidlich nutzt. Drum kann sich so ein Gespräch über die Lieblingstiere auch hinziehen.

„Meine Lieblingstiere in der Wilhelma sind die Giraffen und die Erdmännchen. Und Deine, Papa?“

„Hmmm. Ich mag am liebsten die Okapis und die Schneeziegen.“

„Aber meine Lieblingstiere sind auch noch die Eisbären und die Pinguine.“

„Und zu meinen Lieblingen zählen noch die Affen.“

„Papa, meine Lieblingstiere sind die Alpakas und die Pekaris.“

Alpakas und Pekaris? Ok, ich hab sie in den letzten Wochen kennen gelernt, aber im Endeffekt ziehe ich dann doch meist den Kürzeren, was die Zahl der zu benennenden eher exotischen Tiere anbelangt. Muss wohl so sein. Sehr spannend ist aber tatsächlich auch der Besuch der heimischen Tiere, der Kühe, Ziegen, Schafe, etc… auf dem Schaubauernhof.

Kurzum: ich bin jetzt ein viel besserer Mensch größerer Tierfreund.

Was nicht heißt, dass sich meine Meinung zu Hundebesitzern geändert hätte. Nicht pauschal, aber immer wieder exemplarisch bestätigt: Hundebesitzer lassen zu, dass ihre Tiere in einem Höllentempo auf Menschen zurasen und diesen Angst einjagen. Oder dass sie kleine Kinder mit anhaltendem Gebell völlig verstören. Oder, und das ist der Punkt, an dem meine Toleranzgrenze mittlerweile sehr weit gesunken ist: Hundebesitzer sehen tatenlos zu, wie ihr Tier auf einen Fremden zugeht und diesen ableckt, um dann sinngemäß zu sagen: „Keine Sorge, er tut Ihnen nichts.“

Doch! Er hat mir bereits etwas getan. Er hat mich abgeleckt. Das ist mir unangehnehm.

Ohne es überprüft zu haben, wage ich zu behaupten, dass die gleichen Leute ihre Kinder, wenn diese auf die Idee kämen, fremde Menschen auch nur anzufassen, sofort zurückrufen würden: „Kevin, lass den Mann in Ruhe!“ oder so ähnlich. Dabei würde mich das deutlich weniger stören.

Nachtrag:
Der Biologe und Philosoph Eckart Voland hat sich in „SZ Wissen“ ebenfalls, und natürlich wesentlich fundierter, Gedanken über Hundehalter gemacht, z.B.:

„Rassehunde können funktionieren wie Pelzmäntel.“
„Hunde sind natürlich auch billiger als zum Beispiel Kinder.“

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