Nasal

26. August 2015

Auch heute noch, 18 Jahre später, fällt es mir schwer, Malbranc zu sagen. Also so zu sagen, dass es sich mit etwas Wohlwollen auf Frank reimt. Vielmehr ist es – zärtere Gemüter sollten an dieser Stelle bitte mal weglesen – gerade meine Frankophilie, die mich stets zum Nasal trieb, zum Malbranc, der sich auf Franc reimt. Aber da war nichts zu wollen, er heißt halt anders.

Er zählt zu jenen Schiedsrichtern, an die sich alle Welt ein nennenswerter Teil meiner Filterblase in erster Linie wegen eines einzigen Spiels, einer einzigen Szene erinnert. Bei Herrn Dienst könnte man vermutlich doch von aller Welt sprechen, bei Herrn Dr. Brych dauert die Karriere noch an, da kommt vielleicht noch was. Bei Hans-Joachim Osmers oder Günther Habermann sieht die Sache ein bisschen anders aus. Falls sich jemand von außerhalb der Filterblase hierher verirrt haben sollte: Helmer. Möller.

Aber ich war bei Herrn Malbranc. Ja, ich habe beim Schreiben nasaliert, aber das hat keiner gehört. Es sei denn, es hätte sich jetzt auch seinen Weg in den Kopf der werten Mitlesenden gebahnt. Herr Malbranc, dessen Schiedsrichterkarriere wahrlich nicht schön endete und ein beredtes Zeugnis damaliger Zustände im DFB ablegt, hatte ein Foul der verteidigenden Mannschaft gepfiffen, als der Ball auf dem Weg ins Tor war. Dabei habe er aber “die Wahrnehmung gehabt, erst nach dem Tor gepfiffen zu haben” – und gab den Treffer. Es entspann sich eine unappetitliche Geschichte unter Beteiligung von Verbänden, Funktionären und eben Malbranc, an deren Ende der verbitterte Rücktritt des degradierten Schiedsrichters stand.

Kürzlich, als der genannte Herr Dr. Brych seine unselige Entscheidung zugunsten des Phantoms Stefan Kießling getroffen hatte, erinnerte man sich wieder einmal an Michael Malbranc. Dem Münchner Merkur gab er ein lesenswertes Interview, und vermutlich dauert es eine Weile, bis er das nächste Mal in den Medien erscheint. Der Schiedsrichtergilde wäre zu wünschen, dass es nicht so schnell der Fall sein wird.

Wieso ich gerade heute auf ihn zu sprechen komme? Nun, gestern empfingen die VfB-Amateure die Würzburger Kickers zum Drittligaspiel. Die Sonne schien und animierte den einen oder die andere, sich kurzerhand auf Degerlochs Höhen zu begeben, um den traditionell erfrischenden jungen Wilden zuzusehen, oder so ähnlich.

Der, nun ja, Ansturm machte der Kartenverkäuferin etwas zu schaffen – die KollegInnen hatten leider grade im Hintergrund noch etwas zu besprechen –, sodass ich wie manch anderer (“Jetzt verprellen sie auch noch die 50 Leute, die kommen!”) erst mit etwa zehnminütiger Verspätung auf die Tribüne gelangte, um mich nach regionaler Fußballprominenz umzusehen, deren Names ich an dieser Stelle nicht droppen möchte.

Nebenbei interessierte ich mich ein bisschen für das Spiel. Jürgen Kramny hatte sich dauerhaft in Positur begeben, um dem Schiedsrichterassistenten seine häufig abweichende Meinung zu vermitteln, und gelegentlich war auch auf dem Spielfeld etwas geboten. Leider hatten diese Momente wenig mit dem VfB im Allgemeinen und nichts mit den Anleihen aus dem erweiterten Bundesligakader im Besonderen zu tun.

Den Weg zu den nächsten Bundesligaspielen von Jerome Kiesewetter und Jan Kliment stelle ich mir derzeit eher steinig und steil vor, zudem ein bisschen rutschig sowie schlecht ausgeleuchtet, und auch Stephen Samas Debüt dürfte auf Basis der gestrigen Eindrücke nicht unmittelbar bevorstehen. Leider konnte mich auch Max Besuschkow, dessen Spiel ich sehr schätze, so gar nicht überzeugen, aber das nur am Rande.

Mitte der ersten Halbzeit erhielt Würzburg unweit der Seitenauslinie und nur wenige Meter von meinem Platz entfernt einen Freistoß zugesprochen. Jürgen Kramny machte sein Meckerding, der Schiedsrichter schickte den Schützen, möglicherweise war es der starke Rico Benatelli, noch etwas näher an die Seitenauslinie. Er lief an, traf den Ball, der Schiedsrichter gab ihn per Pfiff frei. Öhm.

Ja, zumindest habe ich “die Wahrnehmung gehabt, den Pfiff erst nach dem Schuss gehört zu haben”, und dachte noch bei mir, dass das ja auch nicht so ganz der reinen Lehre entspreche. Wie dem auch sei, der Ball flog in die Mitte, auf die Strafraumkante zu, und keiner schien dem verspäteten Pfiff irgendeine Bedeutung beizumessen.

Bis auf Thomas Hagn. Der fing den Ball. An der Sechzehnerlinie, wohl knapp innerhalb. Schiedsrichter Skorczyk gab Elfmeter, Hagn verstand die Welt nicht mehr, seine Mitspieler erst recht nicht, der FuPa-Ticker vermutete einen Stoß gegen Hagn, vielleicht hat er recht, Tobias Rathgeb wechselte die Schuhe und Marius Funk hielt. Das Ding war durch. Während ich an, genau, Michael Malbranc dachte. Und an die ausgebliebenen Folgen:


Niederlage am grünen Tisch

24. August 2015

Guten Abend. Der Urlaub ist vorbei. Vielleicht erzähle ich demnächst auch noch ein bisschen was darüber, wenn es die Zeit zulässt. Zunächst aber möchte ich ein paar Sätze über Tischkicker verlieren. Der wichtigste vorab: ich bin kein guter. Tischkicker, meine ich. Und diese Selbsteinschätzung enthält nicht einmal einen Hauch von Koketterie.

Früher, als ich noch sehr klein war, gab es bei bei Oma und Opa einen. Tischkicker, meine ich, erneut. Er stand im Schopf, im Schuppen, der längst zum Partyraum meiner noch recht jugendlichen Onkels umfunktioniert worden war, und da es sich um einen Gastronomietisch handelte, finanzierte er wohl so manches Fest. Ich konnte damals kaum auf das Spielfeld sehen, von Anschauungsunterricht kann also keine Rede sein.

Jahre später sollte sich noch einmal eine Episode ereignen, zu deren Hauptakteuren mein Cousin und ich, der eingemottete Tisch und das dort verbliebene Restgeld, ein bisschen Werkzeug sowie ziemlich viele Produkte aus dem Hause Schöller zählten, aber ich erinnere mich nicht so genau, und überhaupt wollte ich ja über heute reden, und das Tischkickerintermezzo mit meiner Tochter, das die Rast auf dem Heimweg aus südlicheren Gefilden ein bisschen in die Länge zog.

Wie ich bereits sagte, sind meine Qualitäten als Tischkicker eher überschaubarer Natur. Weder kann ich behände den Ball innerhalb der Mittelfeldreihe kreisen lassen, noch den Gegner mit verwirrenden Kombinationen der noch immer drei Stürmer zur Verzweiflung bringen, noch ansatzlos, präzise oder auch nur scharf schießen. Meine Verteidiger sind steif und langsam, der Torwart die klassische Bahnschranke – die noch nicht einmal fällt. Dass es im Duell mit meiner fünfjährigen Gegnerin dennoch zum Sieg hätte reichen können, lag lediglich an einer gewissen körperlichen Überlegenheit.

Wie wir so spielten, erinnerte ich mich unwillkürlich an meine eigenen ersten Versuche am Tisch, und insbesondere an den wenige Jahre älteren Onkel, der mir eingebläut hatte, die linke Hand stets beim Torwart zu belassen. Ganz davon abgesehen, dass meine linke Hand wahrlich nicht zu mehr taugt als zu ein paar hektischen Sprints des Hüters entlang der Torraumlinie, erschien mir diese Strategie stets logisch, und ich habe sie bis heute beibehalten.

Und unversehens war ich gedanklich bei Alexander Zorniger angelangt. Von Tischkickern ist der Weg zum Fußball möglicherweise noch ein wenig kürzer als bei anderen Ausgangsthemen, und schätzungsweise hätte es auch eine weniger verwinkelte Überleitung getan, doch wie dem auch immer sei: ich vermute schlichtweg, dass Herr Zorniger einer konservativen Aufstellung mit festem Torwart nur sehr wenig abgewinnen kann. Und vermute weiter, dass er von Verlustängsten reden würde, die zwar verständlich seien, letztlich aber hinderlich.

Vielmehr müsse man den Ball mit den acht offensiven Akteuren jagen, die Verteidiger zustellen, das Mittelfeld erst recht, lange Bälle des Torwarts provozieren, Banden- und in der Folge Fehlpässe erzwingen, um dann auf kurzem Weg und ohne großes Brimborium einzulochen. Allein: ich loche nicht verlässlich genug ein. Auf Rechtsaußen habe ich technische Mängel, links treffe ich das Tor nicht, und aus der Mittelfeldreihe ist der Weg zum Tor dann doch so weit, dass der gegnerische Torwart gelegentlich mal einen Ball hält.

Und so bleibe ich bei meinem klassischen Muster, mit festem Torwart, lasse meine Tochter dann doch mitunter etwas entspannter aufbauen, als ich das idealtypisch vielleicht tun sollte, und wie es der Teufel will, dreht ihre Sturmreihe nach einem angeschnittenen Bandenpass frei, der Rechtsaußen schlägt ein Luftloch, und sein bisher nicht als abschlussstark aufgefallenes linkes Pendant vollendet.

Sie ahnen, was passiert: ich spiele weiterhin gar nicht so schlecht, kombiniere nicht nur für meine Verhältnisse, sondern auch ganz objektiv sehr passabel, erziele auch ganz hübsche Tore, ohne aber den Sieg rechnerisch zu sichern. Dann fällt eines meiner Männchen aus, ein anderes wird eher notdürftig ersetzt, und mit dem Mut zur Vorwärtsverteidigung ist es dann so eine Sache. Selbst gegen eine Fünfjährige.

Irgendwann macht dann ihr abgeblättertes Männchen mit der rostigen Feder den vorletzten Ball rein, nachdem ich meine Verteidigungsreihe wieder mal viel zu schnell und unüberlegt in Position fliegen ließ. Und über den letzten Ball sollte ich wohl den Mantel des Schweigens hüllen. Eigentlich.

Gewiss, man kann sich fragen, ob das so in Ordnung ist, wenn sie meine Sturmreihe in der Entstehung einfach festhält, aber seien wir ehrlich: zum einen hätte die ohnehin nichts dran ändern können noch wollen, zum anderen hatte ich noch genügend Männlein hinter dem Ball. Aber keines, das dem Rostmännchen gewachsen gewesen wäre, und erst recht keines, das sich dem improvisierten Mittelangreifer in den Weg gestellt hätte.

Ein bisschen ärgerlich war es schon, der Tochter hernach den überschwänglichen Jubel gönnen zu müssen, aber das ist ein anderes Thema. Wir setzten die Heimfahrt dann schweigend fort, beschleunigten ein bisschen, um vielleicht doch noch rechtzeitig (halb-)heimatliche Gefilde zu erreichen. Rechtzeitig? Sie wissen schon: Bundesliga. Der VfB in Hamburg. Mit besagtem Herrn Zorniger an der Seitenlinie.

Und in der Tat: es gelang. Zudem hatte sich vor Ort eine neue Sky-Kneipe etabliert, nachdem mein letzter Kneipenbesuch in der Gegend eine bittere Gastronomieerfahrung und ein ebensolches Spiel mit sich gebracht hatte: damals, als man Salomon Kalou für die Lösung Berliner Sturmprobleme hielt und als Carlos Gruezo nach einem Kurzeinsatz als Sündenbock herhalten musste.

Fünf Minuten vor dem Anpfiff erreichte ich die neue Kneipe; die Familie, inklusive siegreicher Tochter, war bei der Familie geblieben. Bis auf meinen Sohn. Mit dem ich nun also vor der als Raucherlokal deklarierten Lokalität stand, zu der Kinder keinen Zutritt haben. Retrospektiv könnte man sagen, dass mir das Schicksal genügend Signale gesandt hatte, dass es eine bessere Idee sei, den Rest des Tages essend oder im Bett zu verbringen.

Dummerweise verstand indes mein empathischer Sohn meine emphatischen Blicke und erklärte seinen Verzicht auf das Spiel und die langwierige Suche nach alternativen Bezahlfernsehenslokalitäten. Ich solle ihn doch nach Hause fahren, er werde dann mit seinem Opa (einem HSV-Fan) die Sportschau ansehen.

Und so sah ich das Spiel ab der zehnten Minute, weiß aber leider nicht mehr allzu viel darüber. Außer, dass mir dieser Zorniger-Fußball per se viel Freude bereitet. Ärger auch, klar, aber ich leichtgläubiges Ding bin sehr gewillt, die Schwächen zwar als systemimmanent, nicht aber als nicht beherrschbar zu betrachten. Schließlich habe ich einige meiner bittersten Tischkickerlehrstunden von Menschen erhalten, die konsequent nach vorne gingen.

Allerdings, und das gebe ich unumwunden zu, habe ich große Angst davor, dass Bayer Leverkusen noch einmal sehr viel Geld für Daniel Didavi bieten könnte, das die hiesige sportliche Leitung schwach werden lässt. Zumal mein in den vergangenen Monaten aufgebautes Grundvertrauen in Robin Dutt in der vergangenen Woche einen Dämpfer erhielt: ich war überzeugt, dass er, so man Antonio Rüdiger tatsächlich abgeben sollte, binnen zweier Tage den längst bekannten Nachfolger präsentieren würde. Tja.


Verbalbeurteilung 2015

29. Juli 2015

Baden-Württemberg hängt hinterher. Kennt man ja. Während andernorts die Sommerferien schon fast wieder vorbei sind, gab es hierzulande am heutigen Mittwoch Zeugnisse. Zum Teil mit Noten, klar, althergebracht, zum Teil aber auch in verbalisierter Form. Im Hause Kamke wurde die eine oder andere Beurteilung für fremde Kinder verfasst, die eines eigenen Kindes habe ich auch zu lesen bekommen, und in all dieser Verbalbeurteilerei sind mir ein paar übriggebliebene Absätze in die Finger gekommen. Die Zeugniskonferenz liegt einige Wochen zurück, aber Sie wissen ja: Zeugnisse gibt’s halt erst Ende Juli. Da ist das Geschehen dann auch einen Tick weiter weg und wird manches nicht mehr so heiß gelesen, wie es einst geschrieben wurde, ehe man es vielleicht kurzfristig doch noch ein wenig abkühlen ließ.

 

Im abgelaufenen Jahr gelang es der Gruppe lange nicht, die Lehren aus dem missglückten Vorjahr in nennenswerte Fortschritte umzumünzen. Eine weiterhin enorme Fehlerhäufigkeit und ein betrüblicher Mangel an Kreativität ließen keine verbesserten Ergebnisse zu, sodass zwischenzeitlich das Erreichen des Klassenziels für die gesamte Gruppe als nahezu utopisch galt. Erst in den letzten Wochen besann sie sich ihrer Stärken, bereitete die Abschlussprüfungen sehr zielstrebig, einfallsreich und in teilweise sehr hohem Tempo vor. Diese offensive Herangehensweise zahlte sich aus: zwar entstand durch den gewählten Mut zur Lücke die eine oder andere kritische Konstellation; letztlich resultierten aber überdurchschnittlich viele fulminante Abschlüsse, mit denen in dieser Form nicht gerechnet werden konnte.

Sven war nicht in der Lage, die Zweifel an seiner Eignung zu zerstreuen, sodass ihn das Lehrpersonal zwischenzeitlich von Prüfungsaufgaben befreite. Besonders kritisch sind seine zum Teil lückenhaften Grundlagen. Seine Arbeitsweise ist bei zeitkritischen Aufgaben häufig zu zögerlich; mit modernen, stärker technisch geprägten Methoden tut er sich schwer und hält an unflexiblen, de facto abstoßenden Strategien fest. Klassische lineare Aufgaben löst er weiterhin mit Bravour, auch bei frontalen Einzelprüfungen sammelt er mit breiter Brust Punkte. Sein angekündigter Umzug kommt überraschend; bei intensiver spezifischer Betreuung in der neuen Einrichtung könnte er sein Leistungsniveau sicherlich verbessern. Wir wünschen ihm, dass er dort nicht nur eine Nummer zwei Nummern unter vielen ist.

Thorsten durfte kurzzeitig anstelle von Sven an einzelnen Prüfungen teilnehmen, ließ dabei aber noch das eine oder andere Defizit erkennen und vermittelte bei Gruppenarbeiten nicht den Eindruck, seinen Teammitgliedern den Rücken freizuhalten. Der Wechsel des Lehrpersonals ließ ihn nur scheinbar aufblühen. Der angedachte Wechsel in eine kleinere Einrichtung erscheint sinnvoll.

Florian wechselte vor Beginn des abgelaufenen Jahres aus einer hochsubventionierten ausländischen Einrichtung nach Cannstatt und integrierte sich sehr rasch in die Gruppe. Seine Prüfungsleistungen waren in unterschiedlichen Bereichen häufig überdurchschnittlich; gelegentlich wäre ihm etwas mehr Zielstrebigkeit zu wünschen. Ein Gespräch ist erwünscht. Thema: Kleiderordnung. Er sollte anstelle sogenannter Hotshirts Hemden in seiner Größe tragen.

Daniels Leistungen waren in der Regel wiederum durchwachsen, eine grundsätzliche Verbesserung war indes, trotz einiger solider Leistungen zum Ende hin, nicht zu erkennen. Gemeinsam mit dem Lehrpersonal ist es ihm nicht gelungen, eine seiner beiden möglichen Vertiefungsrichtungen deutlich zu stärken, sodass auch weiterhin in beiden Bereichen bestenfalls befriedigende oder ausreichende Ergebnisse zu erwarten sind. Gleichermaßen unglücklich wie unverständlich war, dass er bereits zu Jahresbeginn Kritik an der Unterstützung durch den Förderverein äußerte.

Antonio hatte aufgrund einiger Sportunfälle auffallend viele Fehlzeiten zu verzeichnen. Dies war insbesondere vor dem Hintergrund bedauerlich, dass er im Verlauf des Jahres regelmäßig andeutete, zu welchen Leistungen er fähig sein kann, was auch mit der Teilnahme an internationalen Vergleichsarbeiten belohnt wurde. Sowohl bei der Mitarbeit als auch und vor allem im Verhalten hat er sich deutlich verbessert, sodass man von einer positiven Entwicklung bei den Kopfnoten sprechen kann. Der von seiner Familie in Erwägung gezogene Umzug wäre bedauerlich.

Georg ist schon sehr lange in der Gruppe und hat dabei stets Verantwortung übernommen. Sein Beitrag zum Gruppenklima ist sehr wichtig und lässt über manche Schwächen, beispielsweise im Fach Technik und beim strukturierten Aufbau von Gruppenarbeiten hinwegsehen. Einzelne gravierende Fehlleistungen führten dazu, dass er von den Abschlussarbeiten befreit wurde. Im neuen Jahr darf er gern weiterhin Zusatzaufgaben übernehmen, sollte aber im Gegenzug eine Reihe von Prüfungsleistungen auslassen. Ein Gespräch ist erwünscht.

Timo durfte aufgrund seiner Begabung einen Jahrgang überspringen und stieß kurzfristig aus einer deutlich jüngeren Gruppe zu uns. Er nahm an zahlreichen Prüfungen teil und erbrachte trotz seiner verständlichen Nervosität weitestgehend sehr ordentliche Leistungen. Dabei brachte er sich auch bei Gruppenarbeiten bereits sehr geradlinig ein. Die kurzzeitig intensive Unterstützung durch den Förderverein nahm er dankbar auf und setzte diesen Rückhalt in erfreuliche Leistungen um.

Gotoku gelang es trotz seiner vielseitigen Begabung erneut nicht, die erhofften Leistungen zu erbringen. Wiederum wirkte er oftmals übermotiviert und scheiterte dann bereits an eigentlich kleinen Herausforderungen. Es ist abzusehen, dass es ihm auch auf Sicht nicht gelingen wird, an die Prüfungsergebnisse früherer Jahre anzuknüpfen. Der vorgesehene Wechsel an eine andere Einrichtung erscheint daher sinnvoll. Wir machen uns Sorgen.

Adam hatte, etwas überraschend aus einer kleineren Einrichtung kommend, von Beginn an Schwierigkeiten, das erhoffte Leistungsniveau zu erbringen. Die Zweifel, die auch seitens des Fördervereins im Vorfeld geäußert worden waren, konnte er zu keinem Zeitpunkt zerstreuen und auch das Lehrpersonal nicht nachhaltig für sich gewinnen, obwohl er mit offensivem wie defensivem Auftreten alle ihm zur Verfügung stehenden Register zog. Ein Gespräch ist erwünscht, um Perspektiven an anderen Einrichtungen auszuloten.

Konstantin war bereits im Vorjahr mit einigen Freunden aus einer anderen Einrichtung zu uns gekommen, zu der unser damaliger Leiter des Fachbereiches Sport eine enge Beziehung gepflegt und so eine gewisse Durchlässigkeit zwischen den Einrichtungen installiert hatte. Leider gelang es Konstantin jedoch nicht mit hinreichender Konstanz, gute Leistungen zu erzielen. Mitunter hätte man ihm ein etwas defensiveres Auftreten gewünscht, anstatt allzu offensiv zu agieren, ohne dabei Eindruck zu hinterlassen. Da er zuletzt weder an Prüfungen nach am Förderunterricht teilnehmen durfte, ist der Wechsel an eine kleinere Einrichtung folgerichtig.

Christian übernahm innerhalb der Gruppe jederzeit große Verantwortung. In vorbildlicher Weise half er seinen Freunden sowohl in den vorderen als auch in den hinteren Reihen. Gelegentlich verzettelte er sich dabei ein wenig, sodass seine eigenen Leistungen mitunter litten und speziell die Erwartungen hinsichtlich seines Abschlusses zwischenzeitlich sehr gering waren. Gerade zum Ende hin fokussierte er sich aber wie die gesamte Gruppe zusehends und verdiente sich Bestnoten. Seine Identifikation mit der Einrichtung ist bemerkenswert.

Oriol kam im Rahmen eines Austauschprogramms von einer internationalen Einrichtung und nahm von Beginn an mit großer Selbstverständlichkeit an den Prüfungen teil. Seine Leistungen waren dabei strukturell gut; seine Arbeitsgeschwindigkeit war jedoch verbesserungswürdig, sodass er unter Druck geriet und ermahnt oder gar verwarnt werden musste. Im Lauf des Jahres wurde er seltener zu Prüfungen zugelassen, zeigte sich aber stets arbeitsam und motiviert. Das Ende seines Austauschprogramms ist angesichts seiner entwickelten Identifikation bedauerlich.

Carlos hatte zu Beginn einen recht schweren Stand, insbesondere nach einer sehr schlecht verlaufenen kapitalen Zwischenprüfung. Mit dem Wechsel des Lehrpersonals erhofften wir uns eine deutliche Leistungssteigerung und wieder regelmäßigere Teilnahme an Prüfungsleistungen, doch es gelang ihm nicht, seine zweifellos vorhandenen Fähigkeiten in entsprechende Ergebnisse umzusetzen. Im Herbst machte er bei einer regionalen Vergleichsarbeit dennoch erstmals nachdrücklich sein Interesse an einem Abschluss deutlich. Carlos wird auf Probe übernommen.

Moritz gilt als hochbegabt und deutete dies in der Vergangenheit sowohl innerhalb der Einrichtung als auch bei internationalen Vergleichsarbeiten an. Im abgelaufenen Jahr gelang es ihm jedoch bestenfalls sporadisch, die Begabung in Leistung umzusetzen. Während seine Talente zumindest regelmäßig aufblitzen, lässt sich die nötige Ernsthaftigkeit anhand seiner Bemühungen nicht immer erkennen. Er wird die Einrichtung zum Ende seines Austauschprogramms wieder verlassen. Dem Förderverein wie auch der Leitung war an einer Verlängerung nicht gelegen.

Geoffroy stieß im Winter von einer ausländischen Einrichtung zu uns, deren Förderverein und Leitung in ihrer Bewertung seiner Aggressivität und Zielstrebigkeit uneins waren. In Cannstatt fügte er sich vom ersten Tag an nicht nur bestens in die Gruppe ein, sondern übernahm unmittelbar Verantwortung. Mitunter trieb er es mit seiner forschen Art etwas zu bunt; in Gruppenarbeiten gelang ihm jedoch, seine Freunde zu besseren Leistungen anzustacheln. Gerade in den letzten Prüfungswochen fand er eine sehr gute Balance aus aggressivem Bemühen und strukturierter, durchaus anspruchsvoller Vorbereitung.

Sercan konnte auch in seinem zweiten Jahr die Erwartungen nicht erfüllen. Es gelang ihm nicht, seine hohe Arbeitsgeschwindigkeit mit der nötigen Zuverlässigkeit zu vereinen; auch außerhalb der Unterrichts- und Prüfungszeiten agierte er gelegentlich deutlich übereilt. Seine ausgeprägte Affinität zu sozialen Medien wurde als störend empfunden. Sercan verlässt die Einrichtung zum neuen Jahr. Am letzten Tag erhält er sein Smartphone zurück.

Martin wurde auch im vergangenen Jahr wegen seiner Schwächen in Technik hin und wieder belächelt; er vermochte etwaige Defizite aber erneut durch großen Ehrgeiz und ebensolches Engagement wettzumachen. Er bewies wiederum seine außergewöhnliche Begabung in freier Rede, stellte in Biologie ein ausgeprägtes Faible für die Tierwelt unter Beweis und erreichte bei den Abschlussarbeiten trotz regelmäßig auftretender Konzentrationsmängel das beste Ergebnis der Gruppe. Ein im Raum stehender Umzug wäre bedauerlich, könnte aber Spielräume eröffnen.

Jérôme gehörte im abgelaufenen Jahr noch zu einer jüngeren Gruppe, wurde aber kurzfristig zur Prüfungsvorbereitung integriert und durfte gar, mit nervositätsbedingt überschaubarem Erfolg, an einer Prüfung teilnehmen. Im nächsten Jahr soll er fest zur Gruppe stoßen.

Daniel hatte leider einmal mehr enorme Fehlzeiten aufzuweisen. Zwischenzeitlich schien es, als könne er nicht an den finalen Gruppenarbeiten teilnehmen; tatsächlich gelang ihm dies aber in beeindruckender Weise und er schloss nicht nur selbst bemerkenswert ab, sondern half auch seinen Freunden mit einer sehr engagierten und kreativen Vorbereitung. Es wäre ihm, auch im Sinne der gesamten Gruppe, zu wünschen, dass er im kommenden Jahr seltener krank ist und regelmäßiger an Prüfungen teilnehmen kann. Ein Wechsel der Einrichtung wird nicht befürwortet.

Alexandru zeigte in der letzten, für viele entscheidenden Gruppenarbeit exemplarisch seine besondere Begabung, als er mit seiner Kreativität einen gelungenen Abschluss ermöglichte, dann aber wieder in den Hintergrund trat. Für eine noch bessere Integration in die Gruppe wäre ihm aus Sicht des Lehrpersonals ein ausgeprägterer Hang zu Ordnung und Disziplin zu wünschen, doch auch diesbezüglich sind seine Fortschritte unverkennbar. Ein Verbleib in der Einrichtung ist über die standardmäßige Einschätzung hinaus wünschenswert.

Timo hatte sich als jüngstes Gruppenmitglied bereits im Vorjahr rekordverdächtig integriert und keine Zweifel zugelassen, dass er den Abschluss sehr zielstrebig verfolgt. Im abgelaufenen Jahr musste er sich in einigen Bereichen konsolidieren und wurde vom Lehrpersonal des Öfteren von Prüfungen befreit beziehungsweise nur zu Teilprüfungen zugelassen. Dort bewies er seine hohe Arbeitsgeschwindigkeit, wirkte aber oft übermotiviert und konnte so in puncto Abschluss keine entscheidenden Fortschritte erzielen. Für das kommende Jahr besteht die begründete Hoffnung auf zählbar bessere Ergebnisse.

Filip kam nach einem etwas längeren bürokratischen Prozess relativ spät aus einer ausländischen Einrichtung zur Gruppe und tat sich lange schwer, seinen Platz zu finden. Erst als ihn das neue Lehrpersonal nach unterschiedlichen Versuchen bei seinen Freunden Daniel und Florian platzierte, konnte er seine Begabung entfalten und seine Freunde extrem schnell von seiner Art der Vorbereitung überzeugen, die einem klaren Schema und einer festen Struktur folgt. Im nächsten Jahr sollte er seinen Abschluss noch etwas klarer ins Auge fassen.

Vedad konnte im vergangenen Jahr nicht die Ergebnisse früherer Jahre erzielen. Es reichte leider nicht zum Abschluss, de facto wurde er nicht einmal zugelassen. Die Gründe waren vielfältig; nicht zuletzt wurde er von neuen Methoden und Entwicklungen im Bereich der Gruppenarbeit überrascht und konnte seine Fähigkeiten nicht angemessen zur Geltung bringen. Dabei verlor er nie die Geduld. Ein Gespräch ist erwünscht. Möglicherweise fände er sich in einer anderen Einrichtung besser zurecht.

Daniel stieß zu Jahresbeginn zur Gruppe, konnte aber lange Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gemeinschaftsunterricht teilnehmen, geschweige denn an Prüfungen. Auch danach nahm die Integration noch einige Zeit in Anspruch, ehe er im letzten Drittel des Prüfungszeitraums bemerkenswerte Leistungen erbrachte, und zwar nicht nur in Sport, wo seine Athletik beeindruckte, und nicht nur in Technik, wo er kreative Ideen einfach umsetzte, sondern auch bei der Arbeitsgeschwindigkeit und der Vorbereitung auf den Abschluss – sein eigener war letztlich überragend.


Zwischenbescheid

27. Juli 2015

Die Saison läuft. Hier noch nicht, offensichtlich, aber sonst überall. Auf den Trainings- und Testspielplätzen der Republik und der Trainingslagerpauschalanbieter, in Fernsehen, Zeitungen und Gerüchteküchen, mitunter auch in den Blogs, obschon auch dort der eine oder die andere eine sommerliche Brise durchwehen und den Herzensverein einfach mal eine Weile Herzensverein sein ließ. Die wunderbaren Kollegen vom Vertikalpass und von Goldmann saxt focht das nur ein bisschen an – sie zeigten weiterhin Flagge, nur ein kleines bisschen seltener, dafür ein etwas größeres bisschen grundsätzlicher. Schön so.

Hier, also genau hier, herrschte indes beredtes Schweigen, das wohl als Ausweis eines gewissen erarbeiteten Grundvertrauens in Robin Dutt und eines Vertrauensvorschusses für Alexander Zorniger gelten darf. Letzterer scheint sportlich so manches verändern zu wollen, was vielerorts für eine gewisse Unruhe sorgt, so auch bei mir, wo sich Besorgnis und Vorfreude ob der so nicht angekündigten, sondern lediglich von mir so interpretierten Jagd nach dem Ball nicht ganz die Waage halten, will sagen: ja, der Gedanke, die Spielweise und -freude der letzten paar Saisonspiele könnten ein kurzes Intermezzo und Vergnügen gewesen sein, missfällt mir; der Gedanke, Zorniger könnte wissen, was er tut, und würde zudem einen Teufel tun, Filip Kostić’ Stärken zu ignorieren, ist indes deutlich stärker.

Oder war es zumindest, ehe mit Martin Harnik ein von mir nicht zuletzt abseits des Feldes sehr geschätzter Spieler nach meiner Lesart überraschend deutlich seine Skepsis gegenüber dem neuen System, oder dessen Umsestzbarkeit zum Ausdruck brachte. Was natürlich auch an einer verzerrten medialen Darstellung liegen kann, oder daran, dass Harnik selbst seine Felle davon schwimmen sieht – ich kann das nicht beurteilen, weiß ja nicht, was in den Vorbereitungsspielen so passiert, aber es wäre natürlich denkbar, dass der Trainer im neuen System, wiewohl Harnik als schneller Stürmer gut geeignet scheint, dann doch eher Timo Werner neben Daniel Ginczek sieht. Aber jetzt wird’s hier schon wieder viel zu wild.

Wie ich in den letzten Wochen also so gar nichts andachte, sprang mir zufällig die Sache mit den beiden misslungenen Schalker Medizinchecks ins Auge, die sich dann unversehens in einen 140zeichigen Fünfzeiler gedrängt sahen:

Da waren sie also wieder, diese leidigen fünf Zeilen, die sich in mein Gehirn bohren und mich schubweise nicht in Ruhe lassen, langjährige Mitlesende mögen sich erinnern. Damit mir künftig für solche Fälle ein Ventil zur Verfügung gestellt, habe ich einen Tumblr mit dem ebenso überraschenden wie überraschend freien Namen fuenfzeiler.tumblr.com auf die Beine gestellt und dort ein paar Verse veröffentlicht. Ohne expliziten thematischen Fokus, aber ganz unvorbereitet wird es die Lesende nicht treffen, wenn auch dort gelegentlich von Sport oder gar Fußball die Rede ist.  Vom VfB eher nicht, bis dato, aber auch das mag sich noch ändern.

Kurz zum VfB geäußert habe ich mich indes im Saisonheft der 11 Freunde. Betonung auf kurz, denn wie schon im Vorjahr ist der Raum für die bloggenden Zulieferer deutlich knapper bemessen als in früheren Jahren. Da indes der Fragebogen selbst nach wie vor die alte Länge hat, dokumentiere ich nachfolgend meine Antworten, deren Einordnung möglicherweise durch die Information erleichtert wird, dass zum Zeitpunkt der Beantwortung der Wechsel von Sven Ulreich bereits bekannt war, das Karriereende von Marcell Jansen indes noch nicht, und auch das VfB-Trikot war noch nicht offiziell vorgestellt worden.

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Die neue Saison wird legendär, weil

sie wie immer dazu verdammt ist, die legendärste Bundesligasaison aller Zeiten und Welten zu sein.

Wenn ich an die vergangene Saison denke, dann…

… erinnere ich* mich glücklicherweise nur noch an die letzten paar Spiele – und träume konsequenterweise von Europa 2016.

Wenn ich einen durchgeknallten russischen Milliardär kennenlerne, kaufe ich meinem Klub

… ein bisschen Geduld. Um einen behutsamen Weg in andere Tabellenregionen nicht an kurzfristigen Ambitionen scheitern zu lassen. Ach, und Joshua Kimmich.

Mein schlimmster Albtraum…

wäre am Saisonende, den VfB mal kurz VfB sein lassend, eine aufgeblähte Europameisterschaft, bei der jedes zweite Uefa-Mitglied teilnehmen darf und der Weltmeister zusieht.

Mein Held vergangener Jahre…

heißt, um mal nicht ganz so weit in die Vergangenheit zu blicken, Sami Khedira. Wir durften ihm ein paar Jahre aus der Nähe zusehen, feiern seinen Meisterschaftskopfball noch heute und wussten lange vor Kevin-Prince Boateng, dass er in Südafrika eine wichtige Rolle spielen würde. Es ist kein Zufall – und keine Selbstverständlichkeit –, dass in Stuttgart nach wie vor nur in den höchsten Tönen von ihm gesprochen wird.

Die lustigste Fan-Aktion der vergangenen Saison war

Lustig war gar nicht so en vogue. Aber das ebenso entschlossene wie melodische “Nazis und Idioten”, mit dem mein Stadionnachbar deren Schmähgesang “Schwule und Zigeuner” kaperte, hat sich einen Platz in meinem Herzen gesichert.

Auf Auswärtsfahrten darf niemals fehlen…

Da ich leider nur sehr selten auswärts fahre, darf bei diesen Spielen vor allem eines nicht fehlen: der Zugang zu einer Fußballkneipe mit Konferenzabneigung und VfB-Sympathie.

Ich gehe nie wieder ins Stadion, wenn …

Quatsch! Ich gehe immer wieder in Fußballstadien. Das könnte, so inkonsequent das auch sein mag, selbst eine konzertierte Aktion aller regelmäßig verdammten Geißeln des heutigen Fußballs nicht verhindern.

Mit einer Klatschpappe kann man prima…

Gibt’s die noch? Vielleicht befinde ich mich in einer privilegierten Situationen, aber ich kann mich nicht erinnern, in der Cannstatter Kurve eine gesehen zu haben.

Mein Verein muss an den DFB Strafe zahlen, weil wir im Stadion

die zulässige Dezibelzahl überschritten haben, oder wie war das? Und vor allem: Wer hätte das vom ach so anspruchsvollen Stuttgarter Publikum gedacht?

Unser aktuelles Trikot ist…

… bis dato noch nicht vorgestellt worden. Aber ich könnte mir vorstellen, dass es diesmal weiß wird, vielleicht mit einem roten Ring auf der Brust. Möglicherweise auch noch auf dem Rücken.

Wenn Pep Guardiola im nächsten Jahr nicht mindestens vier Titel holt, dann

… steht zu befürchten, dass irgendwo ein Sack Reis umfällt.

Auf diese Schlagzeile warte ich schon seit Jahren…

Ulreich sichert seinem Verein die Europa-League-Qualifikation.

Diesen Fußball-Twitteraccount habe ich immer im Auge…

@collinaserben. Ich bin nicht immer einverstanden, gelegentlich auch dezidiert anderer Meinung, schätze aber den Blickwinkel und dessen Vermittlung. Und bewundere das dicke Fell.

Der nächste Pokal im Trophäenschrank meines Klubs ist…

… selbstverständlich nur eine Frage der Zeit. Dass es allerdings mit dem obligatorischen einen Meistertitel pro Jahrzehnt auch in den 10er Jahren klappt, wage ich noch nicht mit letzter Gewissheit zu behaupten

Fußball gucke ich am liebsten

Ja. Nach wie vor.

Die Erste Liga verlässt nach unten…

Die letzten Jahre hatte ich mich hier auf Peter Gagelmann kapriziert. Aber das Ding ist ja durch. Dann halt etwas seriöser: sorry, Ihr Lilien! Und die Hertha würde mich noch etwas weniger überraschen als die acht bis zehn ähnlich ernsthaften Kandidaten.

Gegner des HSV in der Relegation wird…

Drei Mal sei Hamburger Recht, wollt Ihr sagen? Von mir aus. Solange der VfB mindestens einen Platz vor dem Relegationsrang steht, ist mir völlig egal, ob der HSV absteigt oder nicht. Auch wenn man sich das dort nur schwer vorstellen kann.

Folgender Filmtitel beschreibt meinen Verein perfekt:

Planet der Affen

Wenn ich Trainer wäre, würde ich zuallererst…

… Twitter fragen. #followerpower!

Wenn Aliens auf der Erde landen und ich ihnen Fußball erklären müsste, würde ich sagen…

Hier, Euer Ball. Macht mal, das wird schon.

Die Superkraft meines Vereins ist…

Linksverteidiger zu verpflichten, die eigentlich keine sind. Unerklärlich, dass Marcell Jansen hier noch nicht unter Vertrag war.

Der USA-Franchise-Name meines Klubs wäre…

Wannabe Wild Horses. Ohne Stuttgart im Namen, Arsenal-Style. Und dann die Stuttgartsager auslachen.

Dieses Extra würde unser Stadion perfekt machen:

Jemand, der weiß, wann man lustige Tor- und sonstige Musiken einfach mal weglassen sollte. (“Immer” wäre möglicherweise eine ganz gute Richtschnur.)

 

* Das “ich” ist ein Nachtrag. Es stand so nicht in meinen Originalantworten. Und so sehr ich mich in der Vergangenheit darüber geärgert habe, dass meine Antworten zum Teil sinnentstellend verändert wurden, so froh wäre ich im vorliegenden Fall über eine redaktionelle Bearbeitung gewesen.


Reminiszenz. Ein Kommentar.

2. Juli 2015

Die rührenden Fußballkulturattachés des “Spielbeobachter” haben mal wieder einen rausgehauen. Ich sag’s, wie’s ist: da krieg ich Plaque. Einen verklärend verklärten Friedefreudeeierkuchentext über damals™ bieten sie uns, so’n Interview mit nem Mitläufer, der irgendwo mitgespielt hat. Der Name wird gar nicht so recht genannt, könnte sein, dass das der Mars ist, ich weiß es nicht so genau. Weiß das vielleicht einer von Euch, ist das der Mars, ja? Na ja, wie auch immer, dieser Typ schwelgt halt so’n bisschen in Erinnerungen von irgendeinem Tunier (ja, so schreibt er das, scheint irgendwie so’n Running Gag zu sein, den wahrscheinlich mal wieder nur die eingeweihte Generation versteht und sich dabei wahnsinnig elitär vorkommt), das er mal gewonnen hat. Kann ich hier eigentlich irgendwo Formatierungen vornehmen? Ziemlich beweihräuchernd (Wunderelf!), das Ganze, mit passender Bildungsbürgerüberschrift, aber das nur am Rande, und dann hängt der Typ auch noch voll die Bescheidenheit raus, er sei nur ein Mitläufer gewesen und so, total Eckel-Style, aber das erste Tor, das habe er schon geschossen, dabei weiß sogar ich, dass das wirklich historische erste Tor der Gunnar geschossen hat, aber na ja, er hat ja sonst nichts. Freut sich halt, wenn alle fünf Jahre wieder irgendein Fußballkulturmagazinredakteur vorbeikommt und nach seinen fünf Sekunden Ruhm fragt. Die anderen, dieser Reese, von dem er da immer spricht, und der Collina – geile Story übrigens, der hat dann ‘n bisschen Fitness trainiert und wurde ein total bekannter Schiedsrichter, und der Reese war sein Manager, oder so –, die haben da keinen Bock drauf, sind nicht so subtil mediengeil, glaube ich. Dabei waren die die, die das Ganze ins Rollen gebracht haben. Waren wohl auch für die Outifts zuständig, ja, so annikekrahnmäßig, ja, Annike mit langem i, genau, war total oversized, das Ganze. Ob ich mich informiert habe, oder woher ich das alles weiß? Ja, ich habe mich informiert, wurde ja alles geperiscoped, damals, so neugierig hat er mich dann doch gemacht, dieser Typ, von dem ich glaube, dass er der Mars ist (ist er doch, oder?), und ey: das war so’n totales Spaßtunier (siehste, jetzt schreib ich auch schon tunier), kurz ‘n bisschen gehyped, aber eigentlich doch eher Low Key, bolzplatzmäßig, und dann kamen die an mit ihren schnieken Trikots, aber passte vielleicht ganz gut zu ihrem Namen: Reesenball Felge, oder Felgen, die sind sich da nicht so ganz einig, glaube ich. Die Reminiszenz (ja, das Wort hab auch ich schon mal gehört) an die damaligen Brausekicker in Verbindung mit nem Kultvereinskickerkosenamen hatte was, das geb ich ja zu. Für einheitliche Hosen hat’s dann schon nicht mehr gereicht, der Mann, der vielleicht der Mars ist, spielte gar in geliehener Ausrüstung, was das klickjagende Magazin in seiner Tränendrüsenstory unerklärlicherweise außen vor ließ. Wobei die ja ohnehin einiges weggelassen haben. Wo kann ich denn wenigstens Absätze einfügen? Wer sich die Aufnahmen genau ansieht, insbesondere die zugegebenermaßen ziemlich lässigen, über dunkle Kanäle aufgetriebenen Fotos der damals außerhalb der Szene noch nicht so bekannten Frau @rudelbildung, erkennt schnell, dass da ja doch einiges im Argen lag. Die ganze geile Pyroscheiße, die der Typ (Ist das echt der Mars?) so nebenbei als nette Spielerei abtut, der Hass auf den Rängen, die Pöbeleien – gewiss, man muss diesen Ralle nicht unbedingt mögen, auch wenn vieles dafür  spricht, vom selbstgefälligen Kamke gar nicht zu reden, aber was da auf die Spieler einprasselte, ist mit “menschenverachtend” nur unzureichend beschrieben. Früher war gar nicht alles gut. Na ja, immerhin hat die Felge den Gegendenmodernenfußballtypen, aus Hamburg, glaube ich, mit seiner Jubelpose dann wenigstens mal kurzzeitig zum Schweigen gebracht. Aber lässig waren sie schon, die Pyromanenden, und überhaupt: Riesenpublikum! Seine Mitspieler brachte der Felgenmann übrigens auch zum Verstummen, als er, Verklärung my ass, eine wahrhaft ansehnliche Kerze schlug, um sie dann sogleich mit dem Hinterkopf ans eigene Lattenkreuz zu nageln. Was sie zudem unter den Tisch kehrten, unsere puristischen Fußballjournalismusästheten, war das  Bohei, das um das Tunier herum aufgezogen wurde. Hier eine Lesung, da eine Cocktailverkostung, dort ein Vortrag,  dazwischen Networking, Food & Beverages, und das kann mir keiner erzählen, dass das alles nur dieser eine Typ, dieser Dominik, den ich auf der Veranstaltungswebsite mit Stefanraabhumornamen fand, auf die Beine gestellt hat, und ja, ich bin neidisch, weil das alles wohl wirklich ziemlich geil war, aber lasst mich. Da will ich dann doch lieber noch kurz was zu Jay-Jay sagen, dem Benjamin der Reesenball Felgen. Der hat sich auch irgendwo im Netz zum Tunier geäußert, wohltuend, geradezu. Da sind keine Schnörkel drin, da schaut keiner “in die Ferne den Erinnerungen hinterher” (Alter!), da steckt auch keine falsche Bescheidenheit drin. Er war der Kapitän, er war es gewohnt zu gewinnen, und seine Mannschaft hat geliefert. Der Reese, der Collina, der Ralle, der Abstauber, der Nember – der teamintern, wie man hört, gerne mal völlig zu Unrecht als Facility Manager verunglimpft wurde – dann Teqqy de Beer im Tor, schließlich Istdasdermars und besagter Kamke. Bemerkenswert natürlich auch der Kontrast zwischen dem getragenen, fast melancholischen Interview mit dem (gepeppten?) Mars auf der einen und den ausgelassenen zeitgenössischen Aufnahmen auf der anderen Seite. Collina im harten, genussvollen Clinch mit dem Torwart der Gegenseite, Reinsch oder so ähnlich heißt er, einige andere auf bedrückenden Bildern, die deren Probleme offenbaren, sich überhaupt auf den Beinen zu halten, dazu Collina und Kamke beim achtstündigen erfolglosen Lattenschießen – hätten sie besser mal Arne mit dazu genommen –, dann Jay-Jay, klar, beim nachgerade historischen (Mist, jetzt haben sie mich) Abklatschen, dazu natürlich Schwalbenmars und Reeses Unbeherrschtheiten. Im Umgang mit Schiedsrichtern sei er halt nicht so geübt gewesen, hieß es. Ach ja, die Schiris. In mindestens zwei Spielen trugen sie Trikots in Mannschaftsfarben, auch so eine Sache, die der Spielbeobachter in seinem rosaroten Rückblick schlichtweg ignoriert, und gegen Flitzer ließen sie die nötige Härte vermissen. Immerhin: ihre eigentliche Aufgabe erledigten sie souverän, trotz gelegentlicher kniffliger Situationen aus den Graubereichen des Regelwerks. Ich denke an mannschaftsübergreifende Verbrüderungsszenen, fortgesetzte Beinschüsse von diesem Reinschtypen, und nicht zuletzt an Fouls mit Verletzungsfolge, die allerdings von Pfosten und Kunstrasen begangen wurden. Chapeau an die vergleichsweise unparteiische Troika! Ich hab dann noch ein bisschen recherchiert, wie das mit dem Tunier weiterging. Handelte sich schließlich um einen Wanderpokal, von dem man zwar weiß, dass Wolfgang Jay-Jay Schäfer die Nacht mit ihm verbrachte, der dann aber nie mehr in den Internetzen auftauchte. Gerüchten zufolge wurde er im Jahr darauf mal noch in Itzehoe gesichtet, doch verlässliche Aussagen liegen nicht vor. Das wäre doch mal ne Sache gewesen, die die süßen Spielbeobachter-Schreiberlinge ihren Gast hätten fragen können, anstatt ständig nur drauf rumzureiten, ob das denn wirklich der Mars sei. Wie, ob ich den Link zum Text habe? Zu diesem verklärenden, in Engelbert’scher Weichzeichneroptik gehaltenen Rührstück? Nicht Euer Ernst, oder? Aber ok, wie Ihr wollt, macht Euch halt einfach ein eigenes Bild, und zugegeben, ich meine, was man dem Spielbeobachter lassen muss, ist, dass die schon sehr geil schreiben dort. Ermittler-Style, haben die einen gesagt, ich kann das nicht so ganz nachvollziehen, habe eigentlich nur einen – sehr aktuellen und absolut großartigen – Ermittler-Text vor Augen, der in diesem Spielbeobachter-Style gehalten ist, aber ist ja auch egal. Schaut’s Euch mal an, nehmt ihm die Bescheidenheitsnummer einfach nicht ab, habt die Verklärungsmasche im Hinterkopf und den Spaß im Vordergrund. Was er noch dazu wirklich gut kann: Absätze und so. Kann man hier eigentlich auch Absätze, vielleicht mit html oder so? Vielleicht könnte der Admin ja bei Gelegenheit? Wenn Ihr aber wissen wollt, wie’s wirklich war, dann lest schlichtweg bei Kapitän Jay-Jay nach, ja? Oder das Interview mit diesem Ralle, der wohl schon ein ziemlich dufter Typ ist – haben auch die anderen Reesenballer so erzählt, hörte ich. Aber genug geredet. Plaque wegputzen, weitermachen.