Posts Tagged ‘Hertha BSC’

Ach Mensch, ich freu mich!

6. August 2009

Jetzt ist es also vorbei. Keine Fußballspiele mehr, bei denen man sich die Fragen nach Sinn, Regelwerk und Aussagekraft stellt. Keine erklärungsbedürftigen Elfmeterschießen mehr (Nein, ich meine nicht den DFB-Pokal, wobei auch da die erste Runde nicht so richtig ernst zu nehmen war – außer für Herrn Andersen, klar), keine Auswechslungen en bloc, keine konkurrierenden Live-Übertragungen aus Schlagmichtot und Hastenichgesehn. Keine Diskussionen mehr um Kaisers Bart So weit wollen wir dann doch nicht gehen.

Die diversen Sonderhefte sind durchgelesen, teilweise bereits etwas abgegriffen, die Neuzugänge wurden, äh, abschließend bewertet, die Printmedien haben ihre Saisonvorschau-Serien zu Ende gebracht und die Abschlusstabelle ermittelt, die Vereinsblogger haben sich selbst und gegenseitig zu den jeweiligen Aussichten befragt, in den „überparteilichen“ Blogs wird die Prognosephase abgeschlossen, Pay-TV-Verträge sind erneuert oder verworfen worden, das ModeratorInnen-wechsle-Dich hat seinen Abschluss gefunden.

Aber irgendwie ist jetzt mal gut.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, morgen abend Fußball zu sehen. Echten Fußball, um Punkte. Und dann schauen wir einfach mal, wie die Wahrheit aussieht, die da in der kommenden Saison auf dem Platz herumliegt.

Ob Tuchel der bessere Rangnick ist. Wie Hertha künftig Tore schießt. Ob Kuranyi Löw in Erklärungsnöte bringt.  Ob die Eintracht glamourös spielt. Wie Soldo seine neuen Stars integriert (hat).  Ob Feulner sich endlich in der Bundesliga beweist. Wie modern Heynckes ist. Ob Mintal wieder einmal Torschützenkönig wird. Wie Frings gegen die Zeit ankämpft. Ob Schmadtke Kind die Ruhe bewahrt.  Ob Martins die Wolfsburger Torquote verbessert. Wie sehr Bailly fehlt. Ob jemand Gomez stoppen kann. Ob Boateng so auftrumpft wie bei der U21. Welcher Freiburger Nobody beeindruckt. Ob Hoffenheim wieder zaubert. Ob Bochum fünf Jahre am Stück schafft. Was Hleb so gelernt hat in der großen weiten Welt. Fußball eben.

Und ich bin gespannt auf die Analysen in all den großartigen Blogs da draußen, auf spannende Diskussionen, objektive Berichterstattung, gezielte Provokationen und das gelegentliche Bashing des jeweils eigenen Vereins.

Aus Stuttgarter Sicht freue ich mich, da wiederhole ich mich gerne, ganz besonders über den Brustring, in den Hirngabel seinen Fußballcontent ausgelagert hat und wo er derzeit ein enormes Tempo vorlegt. Er hat sich im Übrigen auch dahingehend verdient gemacht, dass er die ihm bekannten VfB-Blogs kurz vorgestellt hat.

Dann lasst jetzt mal die Spiele beginnen.

Zaubermaus

30. Juli 2009

Im Februar 1991 feierte Sergio Zárate sein Debüt für den Club und erzielte dabei sogleich sein Premierentor. Ansonsten waren seine ersten Schritte in der Bundesliga mehr oder weniger durchwachsen, ehe er er in seiner zweiten Saison rasch zum Nürnberger Publikumsliebling wurde, das ihn, vermutlich in Anlehnung an seinen heimatlichen Kosenamen „el ratón“, rasch zur Zaubermaus erkor. Damit fand – man möge mich korrigieren, falls es ältere Beispiele gibt –  ein neuer Universalname für kleine, wuslige Dribbler Eingang in das Handbuch für Fußballfans und Sportjournalisten.

Zwar ist mir persönlich in der Bundesliga nur bei zwei drei weiteren Spielern die Verwendung des Namens erinnerlich: Ratinho und Dariusz Wosz (Nr. 3: siehe ganz unten); eine kurze Anfrage bei Google kommt indes zu anderen Ergebnissen: Zaubermaus Bundesliga bringt mehr als 9000 Treffer und führt allein auf den ersten Seiten zu mindestens 10 verschiedenen Zaubermäusen.

Ratinho spielte zu Otto Rehhagels glorreichen Lauterer Zeiten groß auf, vor allem in Liga zwei, aber auch noch in der Meistersaison, und erfreute die Fans mit kreativen Dribblings und Interviews, aus denen insbesondere das Wort „Kokolores“ hängen blieb, das ihn Rehhagel gelehrt haben soll. Laut Wikipedia ist er bisweilen noch immer in der Pfalz unterwegs und gibt „Unterricht in Fußball-Sommercamps im Raum Kaiserslautern und Umgebung„.

Dariusz Wosz zauberte in Bochum und, etwas weniger erfolgreich, in Berlin. Unvergessen ist mir ein Spiel geblieben (wenn auch nur aus der Sportschau-Zusammenfassung), in dem er nach deutlichem Rückstand gegen die Bayern aufdrehte und phasenweise ganz allein 70% Ballbesitz zu haben schien – allerdings, wie so oft, wenn Bochum gegen die Münchner spielte und spielt, außer einem Treffer ohne relevanten Erfolg.

Weitere Zaubermäuse heißen beispielsweise Carlos Eduardo, Diego, Lincoln, Marek Penksa, Franck Ribéry, Vicente Sanchez, Andres d’Alessandro oder auch Marko Marin – letzterem hat allerdings Jannik in seinem Blog Entscheidend is auf’m Platz ein wenig Wasser in den Zaubermaus-Wein gekippt:

Kommentator Matthias Stach pries Marin, den Unruhefaktor für gegnerische Abwehrreihen, bei fast jedem Ballkontakt als „Zauberzwerg” an, was erneut die Frage aufwarf, ob es einem 20-jährigen nicht doch irgendwie peinlich ist, die Bezeichnungen „Zauberzwerg” und „Zaubermaus” ganz oben im Spitznamenkatalog zu führen. Irgendwie klingt das so gar nicht nach Bartwuchs, Führerschein und der Befugnis, im Supermarkt nach Vorlage des Personalausweises jedes beliebige Getränk erwerben zu können. Aber bin ich Imageberater?

Womit wir wieder bei den Gemeinsamkeiten fast aller Zaubermäuse wären: dribbeln können sie, häufig sind sie schnell, und nicht selten kaum größer als 1,70m, wenn überhaupt. Weshalb ich mich frage, wie es soweit kommen kann, dass die Cannstatter Kurve in der kommenden Saison wieder einem 1 Meter 85 großen Spieler als „Zaubermaus“ huldigen wird:

Alex (sic!) Hleb, Alex Hleb, Alex Alex Hleb,
die Zaubermaus aus Weißrussland, Alex Alex Hleb!

Schön, dass er wieder da ist, und natürlich werde ich mit“singen“. Aber die Euphorie um seine Rückkehr macht mir auch ein wenig Angst. Die Tore sollte dann schon ein anderer schießen. Und als linker Verteidiger taugt er auch nicht.

Falsches Eis.

25. Mai 2009

Ich trage eine Teilschuld.

Markus Babbel hatte es letzte Woche im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten enthüllt, @droitaubut hatte die Nachahmung zum Programm gemacht, und ich selbst hatte es mir fest vorgenommen: am Vorabend eines VfB-Spiels gilt es, für jeden Punkt eine Kugel Eis zu Essen.

In meinem Kurzurlaubsdomizil gab es aber keine Eiskugeln. Zwar habe ich mir das größte aufzutreibende Eis am Stiel als adäquaten Ersatz schöngeredet; dass es sich nicht um mehr als einen schnöden Selbstbetrug handeln konnte, musste ich mir indes bereits vor dem Spiel eingestehen: ein Eis am Stiel ist keine ernst zu nehmende Alternative.

Mir liegen keine Informationen über den Speiseplan im Mannschaftshotel vor; es würde mich jedoch nicht überraschen, wenn auch Markus Babbel und insbesondere seine Spieler kein Eis (oder zumindest das falsche) bekommen hätten – und sich der Konsequenzen ebenfalls bereits im Vorfeld des Spiels bewusst gewesen wären.

Zwar versuchten sie sich in den ersten Minuten durchaus an etwas, das man mit einem gewissen Wohlwollen als Forechecking (wenn auch nicht im Happelschen Sinne) bezeichnen darf, und konnten die Bayern zunächst auch ein wenig irritieren. Sehr früh wurde jedoch deutlich, dass der designierte Tourneedebütant Christian Träsch auf einen entschlossenen Franck Ribéry traf, der sich zwar zu allerlei Mätzchen bemüßigt fühlte, der aber die spielentscheidenden Dribblings suchte – und dabei recht früh Khalid Boulahrouz zu einem sogenannten Eigentor zwang. Der eine oder andere Stuttgarter dachte spätestens jetzt an sein Stieleis und schien bereit, den Gang der Dinge hinzunehmen.

Im letzten Drittel der ersten Hälfte berappelte man sich wieder und startete kurz vor der Pause einige gute und endlich zielgerichtete Aktionen, wobei unter anderem Butt Träsch, Butt Hitzlsperger, Butt Gomez. Khedira sich selbst, Gomez und Cacau einander und die Unparteiischen bei den kleinen Entscheidungen zunächst verstärkt dem VfB, insgesamt aber  dem Spiel an sich im Weg standen.

So ging man mit einem  Rückstand in der Pause, wo irgendjemand nochmals die Sache mit dem Eis zur Sprache gebracht haben muss, sodass eine Stuttgarter Mannschaft aus der Kabine kam, die zwischen dem Glauben an die Wende und der Angst vor dem zweiten Gegentreffer hin- und hergerissen schien. Einige Stuttgarter, namentlich insbesondere Sami Khedira und Roberto Hilbert, schienen zwar entschlossen, den Sieg noch zu erzwingen, bei anderen überwogen Vorsicht und die Hoffnung auf den (doppelten!) Lucky Punch.

Da jedoch auch die Defensive zurückhaltend agierte, war das 2:0 eine folgerichtige Entwicklung mit dem positiven Nebeneffekt, dass der VfB nun endgültig nichts mehr zu verlieren hatte und einen Zwischenspurt einlegte. Mario Gomez empfahl sich mit einer Einzelaktion zum 2:1 nochmals eindrücklich seinem möglicherweise künftigen Arbeitgeber, und wenn er kurz darauf frei vor Butt etwas zielsicherer gewesen wäre, hätte noch eine heiße Schlussphase folgen können. So aber war der Stuttgarter Widerstand nach dieser Aktion und wohl auch angesichts der klaren Karlsruher Führung[1]
gegen die Hertha endgültig gebrochen. Die Bayern ließen den Ball laufen und der VfB kam überhaupt nicht mehr in die Zweikämpfe.

Die Bayern haben letztlich verdient gewonnen. Der VfB hatte zwei Phasen, in denen er zumindest einem weiteren Treffer recht nahe war, sodass sich die Gastgeber auch über ein Unentschieden nicht hätte beschweren können; alles in allem warf der VfB angesichts der Perspektive Platz 2 bzw. direkte Qualifikation für die Champions League jedoch schlichtweg zu wenig in die Waagschale.

Soviel zum Samstagsspiel.

Insgesamt bin ich jedoch mehr als zufrieden. Von 11 auf 3 ist nicht so schlecht, die CL-Quali ist weit mehr, als man im Winter erträumen durfte, Markus Babbel und Rainer Widmayer haben der Mannschaft Perspektiven aufgezeigt, die vielleicht dazu beitragen können, Spieler wie Sami Khedira oder Serdar Tasci noch recht lange eine Weile zu halten, und Horst Heldt wird sich hoffentlich auf die Gomez-Verhandlungen (so oder so) konzentrieren, anstatt mit Wolfsburg zu konferieren. Dies in aller Kürze, ein ausführlicheres Saisonfazit sollte zu gegebener Zeit folgen.

Und natürlich ist der VfL Wolfsburg ein verdienter Meister.

PS: Erneut hatte ich am Samstag das Vergnügen vor dem Spiel einen Fußballblogger zu treffen. Wiederum war es zu kurz, aber immerhin hat’s gereicht, um meine Getränkeschulden bei probek zu begleichen. Erfreulicherweise war es dank probeks Hilfe nicht nötig, eine Bezahlkarte zu erwerben – ein Schritt, den ich selbst im heimischen Neckarstadion bis dato unter tätiger Mithilfe des PSV nicht gehen musste…

1.Interessant, wie der Stuttgarter Anhang während des Spiels über jedes Tor des KSC und nach dem Spiel über dessen Abstieg jubelte. One Night Stand?

Schnick Schnack Schnuck

17. Mai 2009

Man kann vermutlich geteilter Meinung darüber sein, ob das letzte Heimspiel der Saison, in dem es für die eigene Mannschaft um sehr viel geht und in dem sie sich erkennbar schwer tut, ein geeigneter Zeitpunkt ist, um allzu viel Aufwand in den Protest gegen Stadionverbote zu investieren.

Das Anliegen selbst ist meines Erachtens durchaus berechtigt, da eine gewisse Willkür mitunter nur schwer zu übersehen ist. Etwas anders sieht die Sache allerdings aus, wenn sich wenige Augenblicke nach Verklingen der Proteste ein armseliges Würstchen bemüßigt fühlt, einen Knallkörper abzufeuern, der auf den Rängen in Kopfhöhe explodiert (wie dumm man sein muss, um besagten Knallkörper aus dem eigenen Fanblock in den eigenen Fanblock zu feuern, lasse ich hier einmal dahingestellt). Wenn es die Redewendung mit dem Bärendienst noch nicht gäbe, müsste man sie hier wohl erfinden. Meine persönliche Meinung ist jedenfalls weiter gefestigt: FÜR Stadionverbote, auf Basis von Verfahren, die sich an rechtsstaatliche Prinzipien halten, gegebenenfalls aber gerne ohne räumliche oder zeitliche Einschränkung.

Es ist kein richtig schönes Gefühl, sich im Stadion alle 30 Sekunden umdrehen zu müssen, weil man befürchtet, der Idiot habe möglicherweise noch mehr Knaller im Köcher. Hätte der VfB gegen Cottbus (2:0), um im Bild zu bleiben, ein fußballerisches Feuerwerk abgebrannt, wäre der Fokus vermutlich rascher wieder auf das Feld gewandert; dem war aber keineswegs so. Obwohl das von allen erhoffte frühe Tor in der 19.Minute tatsächlich fiel, war der Titelkandidat (Hört, hört!) nicht in der Lage, das Spiel danach so zu dominieren, dass der zweite oder dritte Treffer zum Selbstläufer geworden wäre. Vielmehr zeigte man sich nervös, teilweise auch zu lässig (Lanig), und entwickelte vorne zu wenig Gefahr. Dabei bemühte sich die Mannschaft über weite Strecken des Spiels durchaus, die offensichtlich vorgegebene Marschroute, über die Außen zum Erfolg zu kommen, umzusetzen. Besonders Christian Träsch deutete dabei -für mich erstmals- an, dass er auch offensiv in der Lage ist, mehr als nur sporadische Akzente zu setzen.

Es war der starken Defensivzentrale zu verdanken, dass Cottbus selbst kaum gefährlich vor das Tor von Lehmann kam – insbesondere der vor Motivation und Engagement sprühende Boulahrouz und Kapitän Hitzlsperger unterbanden die Cottbusser Bemühungen sehr wirkungsvoll. Lanig mag sich wegen seiner vier gelben Karten im Zweikampf zurückgehalten haben; in München wird man aber nur mit einem starken Sami Khedira bestehen können.

Mitte der zweiten Halbzeit wurde es dann laut auf den Rängen. Und zwar richtig laut. Man hätte meinen können, Bayern und Hertha lägen deutlich zurück und Hannover 96 habe sich doch noch entschlossen, am Spiel gegen Wolfsburg teilzunehmen, und sei nun auf dem besten Weg, die Partie zu drehen. Tatsächlich hatte sich jedoch nur Mario Gomez den Trainingsanzug ausgezogen und stand zur Einwechslung bereit. Wäre ich nicht selbst massiv befallen, würde ich wohl von einer nahezu grotesken Heldenverehrung reden. So aber bleibt festzuhalten, dass Gomez entscheidend dazu beigetragen hat, doch noch rechtzeitig den Sieg zu sichern, und man konnte sich des Eindrucks nicht gänzlich erwehren, dass nicht nur der Stuttgarter Anhang mit der Einwechslung des Heilsbringers jeden Zweifel am Sieg verlor, sondern dass zudem bei den Cottbusser Feldspielern ein gegenteiliger Effekt wirkte.

Der zweite Heilsbringer, Teamchef Markus Babbel, ließ sich nach der endgültigen Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb auch nicht mehr länger bitten, sich erstmals seit dem Meisterschaftsgewinn 2007 (damals auch gegen Cottbus, wobei er selbst, wie in 31 anderen Spielen, nicht zum Einsatz gekommen war) wieder in der Kurve zu zeigen. Sehr nett, übrigens, gerade ihm das nicht ganz überraschende „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ entgegen zu schleudern.

Nun haben wir also eine Situation, in der vor dem letzten Spieltag von Platz 1 bis 4 zumindest auf dem Papier noch alles möglich ist. Über Chancen, Wahrscheinlichkeiten und Szenarien wird allenthalben spekuliert. Von den letzteren gefallen mir zwei am besten:

  1. Werder und der VfB gewinnen, der Rest ist egal.
  2. Werder führt in Wolfsburg.
    In München treffen sich in der 88. Minute die Herren Hitzlsperger und van Bommel an der Mittellinie und klären nach kurzer Diskussion der Rahmenbedingungen (Best of 5, Best of 7?) mit einer Partie „Schere, Stein, Papier“, welcher Torwart nun das Feld verlassen muss, um den Meistertitel für den VfL Wolfsburg und Felix Magath zu verhindern.
    (Hitzlsperger gewinnt. Hat er in England gelernt.)

Der Haken bei beiden genannten Szenarien ist -abgesehen vom nicht vorhersehbaren Verlauf des VfB-Spiels in München- die Tatsache, dass sie dem SV Werder eine Rolle beimessen, die ihm nur wenige zutrauen. Per Twitter hatte Werderfan @medispolis gemutmaßt, im Falle einer Niederlage in Istanbul müsse sich die Mannschaft in Wolfsburg rehabilitieren, während ich eher auf die Chance gehofft hatte, dass euphorisierte Bremer nach dem Uefa-Cup-Sieg die Wolfsburger trotz Katers wegputzen. Letztlich halte ich aber die Sichtweise eines guten Freundes für die wahrscheinlichste:

„Werder ist am Samstag entweder besoffen oder hat keine Lust mehr.“

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Abschließend noch der Hinweis, dass allem Anschein nach nicht nur verschiedene Mannschaften bereits mit der Saison abgeschlossen haben – auch im Printbereich lässt die Konzentration nach: laut der Sonntagsausgabe der Stuttgarter Zeitung soll in der kommenden Saison Eduard Geyer die VfB-Amateure trainieren, und bei der FAS meint man gar, im Hoffenheimer Tor habe Dieter Hildebrandt gestanden.

Die Gnade der späten Heimkunft ?

14. Mai 2009

Da ich den gestrigen Sieg des VfB in Gelsenkirchen nur rudimentär verfolgen konnte, schreibe ich einfach mal ein bisschen ab. Ach Mist, Hirngabel ist ja im Urlaub arbeiten. Dann halt bei Enno:

Das Saisonziel Uefa-Cup ist [wahrscheinlich] erreicht. Platz fünf kann uns [wohl] keiner mehr nehmen. Alles, was jetzt noch folgt, ist eine Zugabe. Entsprechend zufrieden bin ich mit der Saison schon jetzt. Und es sind immer noch sechs Punkte zu vergeben, wobei Hertha der VfB aus eigener Kraft sogar noch die Qualifikationsspiele zur Championsleague erreichen kann. Egal was jetzt noch passiert, Hertha der VfB hat eine riesige Saison Rückrunde gespielt.

Und mal ganz ehrlich: Wer hätte das zu Beginn der Spielzeit Rückrunde gedacht? Dass Hertha der VfB ganz oben mitspielt?  Mindestens Platz fünf  erreicht [sag ich mal] und zwei Spieltage vor Schluss noch Chancen hat, die Meisterschaft zu gewinnen?

Wie gesagt: ich habe nicht allzu viel vom Spiel sehen können; auf Basis der  letzten 30 Minuten bin ich allerdings ganz froh, dass es nicht mehr war – zu anstrengend gestaltete sich die Sache für mein Nervenkostüm. Lehmanns zweiter Flankenfehlgriff innerhalb weniger Tage, Boulahrouz’ und Träschs Geleitschutz bei Kuranyis anderer Kopfballchance, Schiedsrichter Kempters Sympathie für Rafinhas Fallsucht (ich weiß, die ist Legende – ändert nichts daran, dass sie auch gestern zum Tragen kam), Maricas Fehlschuss aus kürzester Distanz, Gebharts zögerlicher Abschluss (unabhängig davon, ob man Elfmeter hätte pfeifen können) – mir hat eine halbe Stunde gereicht.

Um nicht missverstanden zu werden: ich spreche von der nervlichen Belastung; die Leistung des VfB fand ich in dieser Phase hinsichtlich Kampf und taktischer Disziplin völlig in Ordnung (davor soll es auch auch spielerisch gut gewesen sein), die Konter haben mir teilweise gut gefallen, und Schieber hat mehr als nur aufblitzen lassen, weshalb man so große Stücke auf ihn hält. Khedira war sich für taktische Fouls nicht zu schade, Hitzlsperger beruhigte, und Marica zeigte sich, wie soll ich sagen, taktisch gewieft. Im Königsblog sieht Torsten darin freilich eher Zeitspiel – vermutlich nicht zu unrecht, aber wer will das den Spielern verdenken? Da ist schlichtweg der Schiedsrichter gefordert, der es aber – zu meinem Unverständnis, wenn auch in diesem Fall keineswegs zu meinem Verdruss – bei den üblichen drei Minuten beließ.

Wie auch immer: 2:1 gewonnen, 6 Punkte Vorsprung auf Platz 6, ein Heimspiel vor der Brust. Nachdem ich am Dienstag noch etwas betrübt war ob der Siege von Bayern und Hertha (Wolfsburg hat ja Dortmund geschlagen, das geht in Ordnung), überwiegt nun doch eindeutig die Zufriedenheit mit diesem 32. Spieltag.

Gruß an probek, übrigens.

Nachtrag:
Vom OM-Gastspiel in Nizza hab ich sogar überhaupt nichts gesehen, und auch dort hat man gewonnen, dem Vernehmen nach zudem recht entspannt. Vielleicht sollte ich einfach grundsätzlich nicht mehr zuschauen, wenn das  solche Ergebnisse zur Folge hat.