Posts Tagged ‘Catenaccio’

New York – Münster – Hamburg – Duisburg

4. November 2009

Ein weiterer Podcast aus der Reihe „Ballpod“ ist in diesen Tagen produziert worden, und einmal mehr ist er anders als die vorherigen. Diesmal sogar ganz anders: Jürgen Kalwa hat aus New York die Macher von Nedsblog und Catenaccio, Nedfuller und Jens, zu ihren Vereinen sowie zum Projekt 18mal18 befragt, und Trainer Baade hat sich (unter anderem) erstmals ausführlich zu seiner Auseinandersetzung mit der Firma Jako geäußert. Ganz anders, wie gesagt, und erneut ganz hervorragend gelungen. Finde ich.

Wer sich das Ganze anhören will (und wer würde das nicht wollen?), dem lege ich zunächst den von Jürgen produzierten Teaser ans Herz:

Anschließend wird sie dann sicherlich das ganze Werk hören wollen:

Kommentare sind selbstverständlich erwünscht; am sinnvollsten erscheinen sie indes bei Podcast-Initiator probek, wo wir das Podcast-Feedback zumeist sammeln.

 

 

Dopingfreigabe bei Catenaccio

2. September 2009

Dass Catenaccio ein großartiges Blog ist, habe ich schon das eine oder andere Mal geschrieben. Da man es nicht oft genug sagen kann, weise ich gern ein weiteres Mal darauf hin.

Ganz besonders haben es mir die Interviews angetan, die Jens dort in schöner, zunehmender Regelmäßigkeit mit (zumeist Sport-)Journalisten führt. Vor wenigen Tagen hat er, ungewöhnlich genug, gleich zwei solcher Gespräche veröffentlicht. Sowohl Martin Krauß als auch Matthias Heitmann äußerten sich dabei nicht nur ausführlich zum Thema Doping, das bei Catenaccio immer wieder auftaucht, sondern sprachen sich letztlich beide für die Freigabe von Dopingmitteln aus.

Den unmittelbaren, vielleicht auch unreflektierten Widerspruchsreflex habe ich angesichts der Interviews, in denen rasch deutlich wurde, dass die beiden Herren ihre Position erwartungsgemäß differenzierter darlegen als Robert Harting, erfolgreich unterdrückt. Dennoch komme ich Jens’ Bitte um „viele Meinungen zum Thema Doping(freigabe)“ gerne nach (unabhängig von den beiden Interviews, und angesichts der Länge ausnahmsweise hier im eigenen Blog).

Ohne jeden Zweifel gibt es vieles, was man an den gegenwärtigen Dopingregularien kritisieren kann. Die Liste der verbotenen Stoffe unterliegt einer gewissen Willkür, die Umkehr der Beweislast ist juristisch schwer zu vermitteln, und die Auflagen für die Sportlerinnen und Sportler sind in Teilen mehr als nur grenzwertig. Die Liste ließe sich wohl deutlich verlängern, aber die oben genannten Punkte tauchen in der Diskussion besonders häufig auf, und das keineswegs zu Unrecht.

Diesen Kritikpunkten stehen Erwägungen entgegen, die man als moralisch, vielleicht auch in Moralin getränkt, althergebracht oder heuchlerisch bezeichnen kann. Schließlich ist die Grenze zwischen erlaubten und verbotenen Präparaten nicht nur für mich als Laie, sondern dem Vernehmen nach auch für Fachleute eine nur bedingt nachvollziehbare. Schließlich wissen wir alle, dass die Vorstellung eines dopingfreien Sports vollkommen weltfremd ist. Schließlich ist uns bewusst, dass die viel zitierte Vorbildfunktion öffentlicher Personen auch in anderen Lebensbereichen nur noch rudimentär vorhanden ist.

Und dennoch käme es für mich einem Dammbruch gleich, wenn man Dopingmittel grundsätzlich freigäbe. Die Folgen wären – vermutlich nicht selten im negativsten Sinne – fatal: Sportler, Trainer, Funktionäre, Wissenschaftler, Mediziner und viele weitere Berufene würden ihre Grenzen ausloten, wobei das Verantwortungsgefühl bei den einen stärker, bei den anderen weniger stark ausgeprägt sein dürfte. Dabei erscheint es nicht ganz abwegig, dass die Skrupelloseren zwar ein höheres Risiko tragen, aber auch leistungsfähiger sind. Erfolgreicher. Angesehener. Besser bezahlt.

Wenn dieser Zusammenhang zutreffen sollte (den man möglicherweise mit einer Milchmädchenrechnung vergleichen kann), würde es mich nicht überraschen, wenn die Skrupel der weniger erfolgreichen Sportlerinnen von überschaubarer Dauer wären. Die entstehende Abwärtsspirale brauche ich nicht weiter auszuführen, und auf die neuen Tom Simpsons, Birgit Dressels, etc. will ich nicht weiter eingehen. Natürlich könnte man einen Lernprozess unterstellen, der es den Sportlern ermöglicht, den schmalen Grat zu finden, der ihre körperlichen Schädigungen gerade noch im tolerierbaren Rahmen hält, so wie sie jetzt den Grat suchen, der Blut- und andere Werte gerade noch im sportjuristisch tolerierbaren Rahmen hält, aber insbesondere der Weg dorthin und dessen Inkaufnahme erscheint mir zynisch.

Die Auswirkungen auf den Nachwuchs- und Breitensport möchte ich mir gar nicht vorstellen. Mir reichen schon heute die Geschichten von Tennisvätern und Eiskunstlaufmüttern, auch ohne ausgeprägte medikamentöse Komponente, und wenn ich mich am schon jetzt in den Niederungen des Amateurfußballs verbreiteten Schmerzmittelkonsum orientiere, wird mir für den Fall der Freigabe angst und bange. Zumindest für den Fußball -vermutlich ist es in anderen Sportarten ganz ähnlich- weiß ich aus langjähriger Erfahrung, wie rasch und unmittelbar alle Neuerungen aus dem Profilager nach unten durchgereicht werden – man denke nicht nur an Nasenpflaster, Radlerhosen und bunte Kickschuhe, sondern auch an Voltaren, „Fitspritzen“ oder Klümpers Kälberblut.

Was erlaubt ist, wird ausprobiert. Kann per Internet offen recherchiert und online bestellt werden, von jedermann. Eine fürchterliche Vorstellung, bei der ich es nun doch bewenden lassen will.

Selbstverständlich freue ich mich über Kommentare; grundsätzlich fände ich es jedoch sinnvoll, die inhaltliche Diskussion drüben bei Catenaccio zu führen.

Der Beste.

27. Juli 2009

Letzte Woche kam das 11Freunde Bundesliga-Sonderheft heraus. Jens von catenaccio.de hat sich bereits intensiv und auch optisch sehr ansprechend damit auseinandergesetzt. Seine Kaufempfehlung teile ich.

Genau wie er – und vermulich zahlreiche andere Blogger, die sich mehr oder weniger regelmäßig mit Fußball befassen – schätze ich insbesondere das kleine Beiheft „Meine Saison 2009/10″. Dort haben (in den meisten Fällen) Fußballblogger einen kurzen Fragebogen zu ihrem Verein beantwortet. Und nicht die Tatsache, dass sie diese Plattform geboten bekamen, ist es, die mich begeistert, sondern wie sie in vielen Fällen damit umgegangen sind. Entspannt, humorvoll und mit einer gehörigen Portion Selbstironie haben sie die Fragen beantwortet und auch eine bestenfalls humoristische witzig gemeinte Vorgabe wie „Tod und Hass (zumindest aber latente Abneigung)“ souverän gemeistert, indem sie eben nicht übers Stöckchen gehoppelt sind – ob es Zufall war, dass die Rivalität zwischen Schalke und Dortmund im Königsblog kurz darauf nochmals explizit und angenehm unaufgeregt thematisiert wurde…?

Etwas schwerer fiel es vermutlich in der zweiten Liga, die Frage nach den Aussichten von Greuther Fürth halbwegs kreativ zu beantworten, ohne die „5″ zu nennen, aber das nur am Rande.

Was mich indes neben der „Tod und Hass“-Frage tatsächlich irritiert hat, war die Vorstellung von Bayern-Blogger Breitnigge:

…ist noch immer der beste Blogger rund um den FC Bayern.

An der Stelle würde mich schon interessieren, nach welchen Kriterien man zu einer solchen apodiktisch anmutenden Aussage gelangt. Schreibt er am häufigsten, für die meisten Leserinnen und Leser, hat er die meisten Kommentare, das geheimste Insiderwissen, oder wurde er irgendwo als Bayern-Blogger Nr. 1 gecastet? Und selbst wenn all das zuträfe: sind das die Kriterien, die die Nr. 1 ausmachen?

Um eines klar zu stellen: ich will und kann nicht sagen, Breitnigge.de sei nicht das beste Blog rund um den FC Bayern, dafür fehlen mir nicht nur die Bewertungskriterien, sondern ich kenne mich dort schlicht zu wenig aus. Was ich indes weiß, ist, dass man bei probek, beim Fernglas FCB oder beim Fehlpass, bestimmt auch bei eingen anderen, wo ich nicht so regelmäßig vorbeischaue, auch schön schreibt. Ob das jeweils besser ist als bei Breitnigge, kann ich für mich ganz persönlich beantworten, mehr ist nicht drin.

Irgendwie glaube ich, dass so eine Aussage nicht so recht zum Selbstverständnis der meisten Fußballblogger passt, bzw. zu ihrem kollegialen Umgang. Aber da kann ich mich natürlich täuschen.

Aktuelle Tipps

30. März 2009

Tipp Nr. 1: zeitnah kommunizieren

Tipp Nr. 2: Europäisches Fußballradar

Ich für meinen Teil habe mich leider nicht an Tipp Nr. 1 gehalten und bin deshalb jetzt der Nachzügler, der mit deutlicher Verspätung auf probeks wunderbare Initiative „Europäisches Fußballradar“ hinweist.

Dem Initiator ist es gelungen, die erste wirklich objektive und für alle Zukunft den Monat März verbindliche europäische Fußballclubrangliste erstellen zu lassen, indem er deutschsprachige Fußballblogger (w/m) um ihr Votum zum aktuellen Leistungsstand der üblichen Verdächtigen (oder jedes anderen Teams) bat. Ein ausgeklügelter Berechnungsmodus lieferte schließlich eine Tabelle, die noch nicht allzu viele Überraschungen mit sich brachte:

ManUnited vor Liverpool, Barca, Chelsea und den Bayern stellen eine Spitzengruppe dar, die man möglicherweise auch Marcel Reif zugetraut hätte. Wenngleich der Kreis der absoluten Spitzenteams vermutlich auch künftig eher wenige Überraschungen mit sich bringen dürfte, kann ich mir doch gut vorstellen, dass sich die beteiligten Blogger nach einer ersten vorsichtigen (will sagen: nahe am Mainstream befindlichen) Bewertung in den kommenden Monaten etwas stärker in die Sache vertiefen und gegebenenfalls auch mal überragende Leistungen in der Ligue 1 oder in der tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile Scottish Premier League mit einer hohen Punktzahl belohnen. Ich freu mich auf jeden Fall schon auf probeks nächste Aufforderung zur Stimmabgabe und werde gleich zur Vorbereitung auf die Aprilausgabe die aktuellen Entwicklungen in der Turkcell Süper Lig recherchieren, die in der detaillierten Auflistung der Märzabstimmung ein Schattendasein fristet.

Tipp Nr. 3: Wolfsburg wird Meister

Bevor ich mich mit dem Uefa-Ausland befasse, will ich es jedoch nicht versäumen, Vollzug zu melden: nachdem ich mich neulich bei Catenaccio in den Kommentaren zu einer Tabellenprognose hinreißen ließ, habe ich die restlichen Spieltage nun komplett durchgetippt und bin zum bereits vorhergesagten Ergebnis gelangt, was mich angesichts dessen, dass ich tatsächlich nicht bewusst getrickst habe, doch etwas überrascht: Wolfsburg wird demnach in der Tat Meister, vor den Bayern, die’s am vorletzten Spieltag in Hoffenheim vergurken. Der HSV darf in die CL-Quali, und Hertha sowie -völlig überraschend- der VfB spielen im Uefa-Cup. Etwas unerwartet hat sich indes die Abstiegsfrage entwickelt:

tipptabelle_20090329

Tipp Nr. 4: nicht zu weit aus dem Fenster lehnen

Tja, allem Anschein nach habe ich nun auch gegen Tipp Nr. 4 verstoßen und freue mich darauf, diese Prognose am 23. Mai um die Ohren gehauen zu bekommen.

Zweitverwertung.

24. März 2009

Der eine oder die andere dürfte sich noch erinnern, dass Jens von catenaccio.de vor einigen Wochen urlaubte und einige fußballbegeisterte Menschen die Ehre hatten, sein Blog in der Zwischenzeit zu befüllen. Vielleicht weiß sogar noch jemand, dass ich nicht zum Blumengießen eingespannt war, sondern ein paar Zeilen über die Dopingpläne der Bayer AG und Jens’ Rolle darin schrieb

Ich hatte damals auch noch einen zweiten Beitrag geschrieben, der sich sehr subjektiv mit der Bundesligageschichte von Bayer Leverkusen befasste. Gemeinsam kamen wir jedoch zum Schluss, dass sich der Dopingtext ganz gut in die Urlaubsvertretungsdramaturgie einfüge. Zudem wusste Jens ja bereits, dass sich einer seiner anderen Gäste ebenfalls sehr subjektiv mit der Bundesligageschichte von Bayer Leverkusen befasst hatte, wenn auch in einer etwas anderen Tonalität.

Gemeinsam mit Jens habe ich mir in der Zwischenzeit ein paar Gedanken zur weiteren Verwendung des Textes gemacht. Beispielsweise dachten wir darüber nach, den Text doch noch bei ihm zu veröffentlichen und weitere Blogger um Mitwirkung an einer blogübergreifenden Serie zu bitten, also beispielsweise probek um einen Text über seine Beziehung zum VfB für mein Blog zu bitten, ehe dieser dann -ebenfalls ein willkürlich ausgewähltes Beispiel- Herrn Wieland bitten würde, sein Verhältnis zum FC Bayern offen zu legen…quasi ein Kettenbrief…

Weil aber Kettenbriefe so unbeliebt sind, kam ich letztlich zu dem Schluss, den Bayer-Text hier zu veröffentlichen, möglicherweise als Startschuss zu einer kleinen Serie, die so aussehen könnte, dass von Zeit zu Zeit einer anderen Mannschaft als der “eigenen” ein Artikel gewidmet wird. Das Thema ist ganz grob die subjektive Wahrnehmung des jeweiligen Vereins in den letzten x Jahren, der nicht sehr originelle Arbeitstitel lautet „Auswärtsspiel. Verein xy und ich.“

Mit besagtem “Startschuss” verhält es sich allerdings wie mit der ersten Folge einer RTL-Serie: niemand weiß, ob, wann und wie es weitergeht, und möglicherweise taucht bereits die nächste Folge auf einem anderen Kanal auf. Letzteres könnte beispielsweise dann der Fall sein, wenn sich auch ohne Kettenbrief der eine oder die andere animiert fühlen würde, ebenfalls so ein „Auswärtsspiel“ zu dokumentieren.

Jens hat schon mal sowas angekündigt, und vielleicht will sich ja sonst noch jemand mal etwas ausführlicher über einen fremden Verein äußern – positiv wie negativ – und das Ganze vielleicht auch noch mit etwas sentimentalem Youtube-Kitsch untermalen.

Mein Text zu Bayer 04 (und ein bisschen 05).