Archive for the 'Technik' Category

Dreckssieg (© Bruno Labbadia)

16. Januar 2011

Eigentlich hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung, wie die TV-Nachbetrachtung des VfB-Spiels gegen Mainz aussehen sollte: ich wollte einen zickigen Thomas Tuchel erleben. Einen, der über die Ungleichbehandlung durch den Schiedsrichter schimpft. Der Quervergleiche zu anderen Spielen zieht, wo man für weniger vom Platz geflogen sei oder für deutlich mehr eben gerade nicht. Der vielleicht über das Verhalten der Stuttgarter Bank schimpft, oder über die Ungerechtigkeit der Welt.

War aber gar nicht nötig. Er projizierte seine Verärgerung, als Witz verpackt, auf Boris Büchler. Der kann das ab. Hauptsache, Tuchel war verärgert. Hatte ja auch durchaus Grund dazu. In den meisten Statistiken hatte seine Mannschaft die Nase vorn. Vor allem bei den Bällen, die von der Linie gekratzt wurden. Risses Schuss von Molinaro, Bungerts Kopfball von Funk, und Ulreich hatte gegen Allagui(?) gezeigt, dass er in Sachen Reaktionszeit konkurrenzfähig ist.

Pavel Pogrebnyak ist auch konkurrenzfähig. In punkto Engagement. Bei Laufstärke und Einsatzhärte. Wenn es darum geht, den Ball zu halten und abzudecken. Und die Zähne zusammen zu beißen. Seinem Einsatz vor dem 1:0 hätte ich in der Berichterstattung etwas mehr Aufmerksamkeit gewünscht. In meiner Stadionecke, die diesmal etwas weiter vom Spielfeld entfernt war als sonst – wir hatten einen sehr jungen Fan dabei, der sich nicht ganz so tief ins Getümmel stürzen sollte –, waren wir uns einig, dass Pogrebnyak bis zum Ende durchspielen und die medizinische Abteilung seinen doppelten Schienbeinbruch erst hernach feststellen würde. Oder womit auch immer er den Siegtreffer erkauft hatte.

Bruno Labbadia spielte nicht mit. Er nahm den russischen MittelÜberallstürmer vom Platz und brachte Georg Niedermeier, um den Sieg zu sichern. Seine dritte richtige Auswechslung, auch wenn die ersten beiden nach meinem Geschmack durchaus ein wenig früher hätten kommen dürfen. Aber wenn Harnik und Gebhart in den kommenden Wochen stets für den Sieg sorgen, bin ich auch schweren Herzens bereit, Cacau und Gentner jeweils über eine Stunde lang zuzusehen.

Letzterer hatte beim Anblick des Geläufs wohl an eine Trabrennbahn gedacht und seine Spielweise entsprechend umgestellt optimiert. Etwas ernsthafter: natürlich ist es eine etwas knifflige Situation, wenn für drei der besten Spieler im Kader insgesamt nur zwei Plätze zur Verfügung stehen. Und wenn der einzige der drei, der auch auf einer anderen Position sehr gute Leistungen bringen kann, auf der umstrittenen Position quasi unersetzlich ist. Aber es ist niemandem geholfen, wenn einer der beiden anderen auf Teufel komm raus in der ersten Elf untergebracht werden muss. Beide, Gentner wie Kuzmanovic, sind für eine Außenposition im 4-4-2 mit Doppelsechs nur bedingt geeignet. Wenn Gentner noch dazu auf der ungewohnten rechten Seite antreten muss, sollte man wohl nicht mehr erwarten als das, was er gestern angeboten hat.

Natürlich kann es sein, dass der Trainer keine andere Wahl hatte, weil weder Gebhart noch Harnik bereits wieder für 90 Minuten fit war. Aber das dürfte sich bis zum nächsten Spiel beheben lassen. Mindestens einer, gerne auch alle beide, sollte(n) Tempo und Dynamik ins Spiel bringen. Und Torgefahr. Vielleicht auch ein wenig Kreativität.

Da gerade von Kreativität die Rede ist: Tamas Hajnal wäre kein Königstransfer. Aber vielleicht auch kein ganz schlechter. Weil er gute Bälle spielen kann. Weil er aus dem Mittelfeld heraus Torgefahr ausstrahlt. Wenn er so spielt wie einst in Karlsruhe. Ob er dazu in der Lage ist, kann ich allerdings nicht beurteilen. Es mangelt ihm sicherlich an Spielpraxis. Und ich weiß nicht, in welchem System ihn Bruno Labbadia einsetzen würde. Als halben Doppelsechser möchte ich ihn im Abstiegskampf nicht sehen. Wenn der Trainer indes über ein 4-2-3-1 nachdächte, mit Träsch und Kuzmanovic in der Zentrale, Hajnal davor, Gebhart und Harnik oder Didavi auf den Außenpositionen, dann hielte ich das zumindest für überlegenswert.

Aber grau ist alle Theorie. Entscheidend is auf’m Platz. Und da haben die VfB-Spieler gestern gezeigt, dass die sich mit dem Abstiegskampf so gut angefreundet haben, wie man es eben übers Herz bringt. Wobei es eine ganz besondere Freude war, auf den Außenpositionen der Viererkette endlich wieder gewonnene Defensivzweikämpfe beklatschen zu dürfen. Molinaro hatte das eine oder andere Mal schwer zu kämpfen mit Schürrle, aber insgesamt konnte er seine Herkunft dann doch nicht verleugnen. Verteidigen können sie. Sehr schön auch die Zwei-Mann-Mauer, bestehend aus Molinaro und Boka, die Schiedsrichter Weiner zunächst etwa zwölf Meter vom Ball entfernt postiert hatte. Gemeinsam rutschten sie nach vorne, bis es noch deren neun waren. Boka war’s zufrieden, Molinaro nicht. So zog er seinen kleinen Nebenmann, dessen Frisur erneut fatale Erinnerungen an Christian Ziege weckte, standesgemäß bis zur Sechs-Meter-Marke, wo man die Freistoßflanke dann auch abwehrte.

Auf der anderen Seite war Patrick Funk eine Bank. An ihm war kaum ein Vorbeikommen, er zeigte sich lauf- und kampfstark, klärte kurz vor der Schluss auf der Linie und leitete, nicht zu vergessen, den Siegtreffer mit ein. Natürlich waren noch ein paar Abspielfehler zu viel dabei, auch der eine oder andere Stellungsfehler, und wenn Christian Fuchs Mitte der ersten Halbzeit, als er in der linken Halbposition im Strafraum offensichtlich vergessen worden war, eine der zahlreichen vernünftigen Optionen gewählt hätte, anstatt einen Mondball zu spielen, wäre Funk bei der Fehlersuche in der Verlosung dick dabei gewesen. War aber nicht so.

Der VfB glänzte nicht. Und arbeitete auch nicht immer effizient. So hätte man sich nach der Pause eine Viertelstunde lang gewünscht, dass nicht jeder gewonnene Ball postwendend wieder dem Gegner in die Beine gespielt wird. Wie gesagt: die Mannschaft arbeitete nicht immer effizient. Aber sie arbeitete. Und sie arbeitete effektiv. Christian Träsch gewann 800 Bälle. Er verlor auch ein paar mehr als sonst. Und zwischendurch hatte ich Sorge, er leide am Cacau-Syndrom und meine, alles machen zu müssen (immerhin: das Symptom “über alles und jeden meckern” trat nicht auf). Als Gebhart und Harnik ins Spiel kamen, war ich dieser Sorge ledig. Träsch hielt sich etwas zurück, konzentrierte sich auf die Defensivarbeit und überließ insbesondere Gebhart die Initiative. Gefiel mir.

In der ganze Euphorie sang ich einmal kurz “Niemals zweite Liga” mit. War ein Versehen. Da will ich eigentlich nicht mitmachen. Es reicht mir, dass der VfB im Abstiegskampf steckt, ich muss es nicht auch noch lauthals hinaustrompeten. Ich weiß es. Die Spieler scheinen es zu wissen. Falls doch nicht, lassen sie es sich von mir auch nicht sagen. Realitätsverweigerung? Vielleicht. Aber wer kann nach so einem Dreckssieg schon auf dem Boden der Tatsachen bleiben?

Heute stand dann noch ein Fußballspiel an. Im Fernsehen. In Köln. Lautern-Köln. Presseeinladung der Telekom, die das weltweit allererste Spiel der gesamten deutschen Bundesliga in 3D übertrug. Ein Kracher. Mit Stadionwurst, Pommes und Kaltgetränken. Wir haben ein kleines Bloggertreffen daraus gemacht. Schön war’s. Das Bloggertreffen. Interessant war’s. Das 3D-Dingens. Dass es noch in den Kinderschuhen steckt, versteht sich von selbst. Ob die Telekom recht hat, wenn sie sich überzeugt gibt, dass das Thema ein großes sei, werden wir sehen. Zumindest sehen die Brillen mittlerweile schon nahezu stylish aus.

Und wie ich so in Köln am Rhein zur U-Bahn ging, die drei erlebten Dimensionen im Kopf, begann ich leise zu summen:

Update:
Teilweise sehr detaillierte Betrachtungen zum dreidimensionalen Fußball gibt es hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier … (tbc)

Besser spät als nie: #bcs3

21. September 2010

#bcs3? Ja, so lautete das Hashtag des Barcamp Stuttgart 3, das bereits am 11. und 12. September in Stuttgart stattfand. Wie schon im vergangenen Jahr konnte ich leider nicht die ganze Zeit dabei sein, aber immerhin reichte es diesmal für eineinhalb Tage. Die sich gelohnt haben.

Ich hatte Spaß, habe viel gelernt, aß und trank gut, unterhielt mich prächtig (im doppelten Sinne) und nahm einige Anregungen für mein Onlineleben mit. Zudem hatte ich das Vergnügen, einen Barcamp-Neuling ein wenig herumzuführen, und es würde mich überraschen, wenn es sein letztes Barcamp gewesen wäre.

Meine (d.h. die von mir besuchten) Sessions? Einmal mehr “Web 2.0 und Recht”, weil @intertainment das einfach großartig macht, dann gab’s von @sigloch Informationen zu Google Adwords – ein Thema, das mich bisher immer ziemlich kalt gelassen hatte, das aber ganz offensichtlich einige spannende Aspekte birgt. @frankstohl beeindruckte mich mit seiner per iPad gesteuerten Drohne, beim Social Media Monitoring von @peate landete ich eher zufällig, ohne es zu bereuen, und schließlich ließ ich mir sehr gern @sauerstoffs Hang zu Service-Bots auf Twitter erklären.

Zwischendurch hatte ich mich selbst ein wenig exponiert und eine Session gehalten, in der ich das Sportbloggernetzwerk vorstellte. Das Label “Bloggerverband light” war dabei offensichtlich nicht gut genug gewählt, um allzu viele Leute hinter dem Ofen hervor zu locken. Bzw. sie den spannenden Parallelsessions, unter anderem von von @oliverg (“Blogcheck”) und erneut @sigloch (“Online-Marketing Media-Mix”) zu entreißen. Für mich persönlich war die Session gleichwohl sehr spannend, ich erhielt aufschlussreiches Feedback, und nicht zuletzt hatte ich mich zur Vorbereitung selbst einmal etwas intensiver mit dem Netzwerk auseinandergesetzt. Hier meine Präsentation. Spielkind, ich.

Schön war’s. Das Barcamp, meine ich. Herzlichen Dank an die Organisatoren und Sponsoren. Und natürlich an alle Teilnehmer.

Viel Luft nach oben beim VfB

22. März 2009

Gestern verdeutlichte der VfB Stuttgart recht eindrucksvoll, dass ungeachtet der Verbesserungen der letzten Jahre doch noch großer Verbesserungsbedarf besteht, vor allem in technischer und organisatorischer Hinsicht.

Ab 13:30 sollte die Möglichkeit bestehen, ein Formular zur Kartenbestellung für das letzte Saisonspiel in München herunterzuladen; alternativ waren die Formulare in “Stadion aktuell” abgedruckt. Die Abgabe sei persönlich im Fan-Center beim Stadion oder per Fax möglich.

Es kam, wie es kommen musste: zunächst stand das Formular erst mit ein paar Minuten Verspätung zur Verfügung – was eigentlich nicht allzu schlimm ist. Ärgerlich war es gleichwohl für all diejenigen, die sich entschlossen hatten, etwas später zum Stadion aufzubrechen, um zuvor noch schnell die Bestellung abzuwickeln. Weit mehr als nur ärgerlich war es spätestens dann, als man einsehen musste, dass der Verein darauf verzichtet hatte, angesichts des zu erwartenden Andrangs die Kapazität der Faxleitung (ich weigere mich, einen Plural einzusetzen) anzupassen.

So brach also mancher VfB-Anhänger bereits mit einem Anflug von Panik daheim auf, nachdem er eine halbe Stunde fluchend vor seinem Faxgerät (bzw. nicht selten dem eines Freundes, der so etwas besitzt) verbracht hatte, um schließlich nicht nur deutlich später als sonst beim Stadion anzukommen, sondern sich dort auch noch am Ende einer beeindruckenden Schlange wiederzufinden, die sich schubweise vorwärts bewegte. Schubweise deshalb, weil immer vier (?) Menschen eingelassen wurden, um an den zur Verfügung stehenden Schaltern ihre Bestellung abzugeben.

Abzugeben? Wenn’s nur das gewesen wäre! Tatsächlich muss es angesichts der Bewegungsgeschwindigkeit der Schlange zumeist doch eher so gewesen sein, dass der Besteller zwar das Formular aus der Stadionzeitschrift herausgelöst hatte; ein Stift hatte ihm aber in der Schlange nicht zur Verfügung gestanden. Folglich stand er oder sie nun am Schalter und konnte sich nur noch rudimentär an die Schreibweise des eigenen Namens, geschweige denn an die Mitglieds- bzw. Dauerkartennummer oder gar die Bankverbindung erinnern. Selbst bei der Post musste man in solchen Fällen schon vor Jahren zur Seite treten, damit der nächste Kunde Bittsteller nachrücken konnte. Beim VfB hingegen blieb der schubweise Einlass Programm.

Naja, vermutlich gehört sich das so. Es macht unseren Verein so sympathisch und ursprünglich, quasi als Antipode zu den Auswüchsen des modernen Fußballs. Bei manch einem wurden gar Erinnerungen daran wach, wie er sich 1989 in aller Herrgottsfrühe angestellt hatte, um Karten für das Uefa-Cup Finale gegen Maradonas SSC Neapel angestellt hatte. Ach, war das schön, damals…

Wie auch immer: ich hoffe doch sehr, dass sich das Ganze gelohnt hat: zunächst in der Form, dass wir tatsächlich Karten bekommen, und dann natürlich dahingehend, dass wir am letzten Spieltag in München mindestens die Qualifikation für den Uefa-Cup feiern können. Von mir aus können wir dann auch gerne mit den Bayern feiern, das sehe ich sehr nüchtern. Wobei ich nicht recht weiß, ob die die Uefa-Cup-Quali allzu sehr feiern würden… ;-)

Das Fußballspiel: VfB-Hertha 2:0

Rein sportlich war indes deutlich weniger Luft nach oben. Obwohl:
Wenn Andrey Voronin in der Anfangsphase den Ball nicht knapp am langen Eck vorbei, sondern ins Tor gespitzelt hätte, und wenn Joe Simunic’ Kopfballbilanz so ausgefallen wäre, wie sie seit Wochen kolportiert wird, dann wäre nach dem Spiel vermutlich wieder die taktische Grundordnung, die große Disziplin, das hervorragende Abwehrverhalten und die gnadenlose Effektivität der Berliner gepriesen worden. Klappt es hingegen nicht, wird aus der taktischen Disziplin rasch Rasenschach, aus der effektiven Offensive, die auf den entscheidenden Ball auf Voronin wartet, wird ein einfallsloses Spiel nach vorne, das phasenweise – wenn kurzzeitig tatsächlich jeder Verteidiger glaubt, den spielentscheidenden Ball auf den Ukrainer spielen zu müssen (und zu können!) – an Kick and Rush erinnert, und aus der hochgelobten Defensive wird eben eine Abwehr, die die entscheidenden Zweikämpfe verliert.

Natürlich wird keine der beiden Sichtweisen den Berlinern gerecht. Sie haben keine wirklich gute Leistung gezeigt, trafen aber auch auf eine Stuttgarter Mannschaft, die einiges gutzumachen hatte und das von Beginn an umzusetzen gedachte. Dies äußerte sich in raschen, ansehnlichen Kombinationen – Grundlage dafür war aber die wichtigste Veränderung gegenüber dem Bremen-Spiel: in allen Mannschaftsteilen waren der Wille und die Einstellung spürbar, den Tabellenführer zu stürzen schlagen und zu zeigen, dass man sich vor dieser Hertha keineswegs zu verstecken braucht. Ganz besonders sei in der Abwehr auf den in der Presse zuletzt und hier seit langem immer wieder heftig kritisierten Ludovic Magnin verwiesen, der gestern nicht nur hinten seine Seite dicht machte, sondern sogar vorne ein paar Flanken schlug, die diesen Namen verdient hatten. Oder auf Boulahrouz, der seine Schwächen in der Spieleröffnung zwar erneut nicht verbergen konnte; defensiv war er aber eine Bank. Tasci bewies sich wiederum als Abwehrchef, und Christian Träsch stand zwar meines Erachtens bei zahlreichen langen Bällen ungeschickt zu Ball und Gegner, ging aber in punkto Kampfeslust und Kompromisslosigkeit einmal mehr voran.

Im Mittelfeld sah ich Timo Gebhart zwar bei weitem nicht so stark wie der euphorische Sportschau-Reporter – insbesondere seine zahlreichen Ballverluste bei Dribblings, die er im Habitus eines Cristiano-Ronaldo anzusetzen versuchte, ärgerten mich sehr; gerade bei einigen Kontern gegen Ende des Spiels zeigte er jedoch, dass er das Spiel versteht, indem er sich für den einfachen und dennoch überraschenden Ball entschied. Schade, dass kein Tor daraus wurde. Sami Khedira spielte gewohnt souverän und erzielte als defensiver Mittelfeldspieler seinen siebten Saisontreffer, Roberto Hilbert pflügte die Linie entlang und spielte gegen Ende ein paar hervorragende Bälle (die allerdings die nach wie vor zu hohe Fehlpassquote nicht kaschieren können), und Thomas Hitzlsperger machte mir eine besondere Freude: gerade, als hinter mir lautstark über die verheerenden Stuttgarter Standards gelästert wurde (zugegeben: grundsätzlich nicht zu unrecht), servierte er den Ball perfekt auf Khediras Kopf: 2-0.

Im Sturm lieferte sich Mario Gomez wunderbare körperbetonte Kopfballduelle mit Simunic, von denen er einige, zumindest aber das entscheidende vor dem 1-0 gewann, und Cacau zuzusehen, war eine Freude: ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Ciprian Marica jemals eine ähnliche Dynamik entwickelt. Julian Schieber fügte sich mit zwei guten Aktionen nahtlos ein und scheiterte mit einem fulminanten Schuss nach toller Vorarbeit von Hilbert lediglich am hervorragend reagierenden Drobny.

Bleibt die Frage, ob es angemessen ist, dass ich die Mannschaft so über den grünen Klee lobe, nachdem mir letzte Woche vorgeworfen wurde, ich hätte zu rasch den Stab über sie gebrochen. Ehrlich gesagt: ich weiß auch nicht recht, was ich denken soll. Vor ein paar Wochen war ich zwar guter Dinge, was die Leistungen bis zum Saisonende anbelangt, hielt aber einen Platz im internationalen Geschäft für unrealistisch: zu gefestigt schienen mir Wolfsburg, Bayern, der HSV, Hoffenheim und Leverkusen, und zu weit entfernt die Berliner. Mittlerweile hat Bayer möglicherweise bereits den Anschluss verloren, und bezüglich Hoffenheim bin ich guter Dinge, bereits beim nächsten Heimspiel im Neckarstadion “Die Nummer 1 im Land sind wir” rufen zu können. Hieße: Platz 5.

Zwar wollte ich eigentlich noch ein paar Sätze mehr schreiben, aber das ist so ein schöner Schluss – Platz 5.

Die einen sagen so, die anderen sagen so.

20. November 2008

Im Lauf der nächsten Stunden werden sicherlich noch zahlreiche Bewertungen des BGH-Urteils zum “Sampling” veröffentlicht. Ich selbst kann wenig dazu sagen, bin alles andere als ein Fachmann, und glaube dennoch eines zu wissen: die Spannbreite der Deutungen dürfte beträchtlich sein:

Wenn ich mich allerdings für eine der beiden Deutungen entscheiden müsste, würde ich die nehmen, die auch die Original-Pressemeldung des BGH verlinkt hat. Einfach aus Prinzip. Transparenz[1] und so.

1.Kann ja in diesen Zeiten gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
(Ich weiß, die Weinreich-Zwanziger-Story kennt mittlerweile fast jeder. Sie hat nichts mit dem obigen Thema zu tun. Und bei mir liest eh keiner mit. Dennoch: das ist wichtig, und das “fast” muss weg. Deshalb der erneute Link.)

Fonic und EEE: Kapitulation

6. November 2008

Neulich hatte ich kurz berichtet, dass ich mit meinem EEE PC gerne auch dann gelegentlich online gehen möchte, wenn ich keinen WLAN-Zugang habe. Daher war die Fonic-Tagesflatrate das Produkt meiner Wahl; die ersten Tests verhießen jedoch nichts Gutes: der Stick wurde schlichtweg nicht erkannt.

Natürlich hatte ich mich vor dem Erwerb des Fonic-Sticks kundig gemacht, dabei aber die warnenden Stimmen teilweise übersehen, teilweise auch ignoriert, und war guter Dinge, mit entsprechender Online-Recherche die Kombination Xandros – Huawei E 160 irgendwie zum Laufen zu bringen, zumal verschiedentlich Erfolgsmeldungen verkündet worden waren. Leider konnte ich selbst derartige Erfolge nicht verzeichnen, trotz vielfältiger und zeitaufwändiger Versuche. Kurz vor Ablauf meines zweiwöchigen Rückgaberechts habe ich daher kapituliert und sowohl Stick als auch SIM-Card zurückgeschickt.

Sehr erfreulich war indes die Erfahrung, die ich bei der ganzen Sache in punkto Internethilfe für Linuxlaien gemacht habe. Insbesondere der EEE PC-Nutzer CHS, der seiner Skepsis bereits per Kommentar zu diesem Beitrag Ausdruck verliehen hatte, begab sich in einen intensiven Dialog mit mir und gab immer wieder neue Hinweise, die zu einer Lösung hätten führen können. Sympathischerweise ging es ihm offensichtlich ähnlich wie mir: selbst nach meiner Ankündigung, das Gerät zurückzuschicken, erklärte er mir doch noch mehrmals weitere Ansätze, die ich nur zu bereitwillig testete. Vermutlich bedauert er meine Kapitulation genau so sehr wie ich selbst. Vielen Dank!

Im Endeffekt bleibt die Erkenntnis, dass CHS und Günter Born mit ihrer Skepsis recht hatten. Letzterer hat für frühestens Mitte November neue Erkenntnisse aus dem Asus Support in Aussicht gestellt. Mal sehen, ob ich dann einen neuen Versuch starte oder mich schon vorher für eine andere Lösung entscheide. Oder offline bleibe.